
7 Fragen an Al Pacino
Der Ausnahmeschauspieler aus Filmen wie 'Scarface' oder 'Insomnia - Schlaflos' beantwortete TELE 5 sieben Fragen über sein Leben, seine Karriere und seinen Lieblingsschauspieler.
Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken: Gibt es Dinge, die Sie bedauern? Die sie im Nachhinein lieber nicht gemacht hätten?
Pacino: Natürlich gibt es Dinge, von denen ich mir im Nachhinein wünsche, ich hätte sie nicht gemacht. Es gibt sogar einiges jenseits meiner Filme und Theaterauftritte. [Lacht] Vielleicht ist "bedauern" ein zu starkes Wort. Aber wir kennen das ja alle: Man macht Dinge, und dann... So ist es eben. Ich bin nicht so wählerisch, wie Sie vielleicht denken.
Manchmal ertappe ich mich, wie ich etwas mache, einfach um etwas zu machen, obwohl ich es gar nicht so gern tue. Davon abgesehen arbeite ich gern. Ich werde arbeiten, bis ich tot umfalle. Aber ich hoffe, dass ich in Zukunft in meinen Entscheidungen etwas weiser sein werde. Mal sehen, was passiert. Andererseits können gute Schauspieler auch aus schlechten Stoffen etwas machen - Gary Cooper war so einer, dem das sehr leichtfiel.
Ich wollte nie ein Filmstar werden, ich hoffe die Menschen sehen mich als Schauspieler.
Sie haben am Theater angefangen?
Pacino: Klar. Wie jeder meiner Generation. Marlon Brando war unser Vorbild. Als ich dann später mit ihm in "Der Pate" spielte, konnte ich es nicht glauben: "Wow! Du drehst eine Szene mit Brando. Es ist verrückt!" Aber angefangen habe ich nicht als Mafiaboss vor der Kamera, sondern mit Shakeapeare und als Stand-up-comedian.
Als Stand-up-comedian?
Pacino: Ja. Shakespeare und Comedy. Das glauben mir die Leute nie. Aber ich bin in Revues im Greenwich Village in New York aufgetreten. Und wissen Sie was: Ich hab es geliebt! Ich sah mich als Komödiant. Ich wollte so einer werden, wie Steve Martin. Das war sehr körperlich. Der Humor sitzt tief im Körper. Aber es hilft auch wenn man Shylock spielt, oder Tony Montana in "Scarface". Sie müssen so eine Figur over the top spielen, um ihre Bedrohung glaubwürdig zu machen.
Heute drehen Sie Filme fürs Kino, spielen aber auch noch Theater. Wie geht beides zusammen?
Pacino: Ich bin nach wie vor hin und hergerissen zwischen Theater und Kino. So war ich schon mit zwanzig Jahren. Ich hatte immer das Gefühl, zwischen den Stühlen zu sitzen. Dann habe ich mich aber in das Kino verliebt. Anfangs habe ich gar nicht verstanden, was Kino bedeutet und wie es funktioniert. Am Anfang war ich sehr anstrengend, vor allem für Regisseure.
