Die Filmkritiker

Kurzvita

Oliver Kalkofe

Der Medienterminator wurde 1965 in Hannover geboren. Mit seinem respektlos  bissigen  Humor  machte  der  gelernte  Fremdsprachenkorrespondent in den 90er Jahren erstmals in der Kultshow FRÜHSTYXRADIO (Radio ffn) auf sich aufmerksam.  Mit  der  preisgekrönten  TV-Satire  KALKOFES MATTSCHEIBE (Grimme Preis 1996, Deutscher Comedypreis 1999) wurde er zu einem der beliebtesten Comedians und Deutschlands schärfstem Medienkritiker. Das Kino eroberte er als Co-Autor, Co-Produzent und Hauptdarsteller mit den Edgar Wallace-Parodien DER WIXXER (2004) und NEUES VOM WIXXER (2007). Darüber hinaus ist Oliver Kalkofe ein erfolgreicher Synchronsprecher (u. a.  GARFIELD  2,  MONSTERS  VS.  ALIENS,  LÖWENZÄHNCHEN).  Für  die  deutsche  Fassung  der  TV-Serie „Little Britain“ arbeitete er zudem als Autor am Synchronbuch mit. Außerdem ein MUSS: seine Kolumne KALKOFES LETZTE WORTE (TV Spielfilm).

Peter Rütten

Der Satiriker wurde 1962 in Mönchengladbach geboren. Er begleitete in den letzten Jahren als Autor und Sprecher viele Late Night-Formate im deutschen Fernsehen – u. a. die „Harald  Schmidt  Show“, „Die Oliver Pocher Show“, „Was guckst Du?!“, „Die Niels Ruf Show“, „Die Freitag Nacht News“, „RTL Samstag Nacht“, „Die Late Show mit Thomas Koschwitz“. Darüber hinaus wirkte er in zahlreichen Comedy-Formaten mit: „XXS  – Hilfe wir werden geschrumpft“, „Die nervigsten ...“, „Wipe Out“, „Granaten wie wir“, „Der heiße Brei“ u.v.m. Zudem schrieb Peter Rütten diverse Bühnenprogramme. Seitdem er das Publikum als Kai Edel in der „Harald Schmidt Show“ begeisterte, ist der Autor und Sprecher immer wieder als Darsteller oder Sidekick im TV zu sehen – sowohl in vielen der oben genannten Late Night-Formate, als auch in „Pastewka" oder „Stromberg". In der Sendung "Rüttens Bullshit Universum" vertonte er die funkelndsten Film-Diamanten neu.

Interview mit Oliver Kalkofe und Peter Rütten zur 4. SchleFaZ-Staffel

Wer hätte gedacht, dass man mit Scheißfilmen einen solchen Erfolg haben kann? „Wir natürlich“, kommt es bei Oliver Kalkofe und Peter Rütten wie aus einem Munde. 40 der „schlechtesten Filme  aller Zeiten“ haben sich die beiden Zelluloid-Cellulitis-Zampanos bisher angetan – SchleFaZ-Cocktails inklusive!

Doch das Malträtieren ihrer Sinne hat sich gelohnt, denn das Schaffen von Olli und Peter wurde bislang schon mit fünf Preisen belohnt: mit dem „Annual-Multimedia-Award“ in Gold in der Kategorie „Social Media“, dem „ddp-Award“ in den Kategorien „Medien“ und „Social Media“, sowie dem „Quotenmeter“-Fernsehpreis als „Beste Comedy“ und dem „kulturnewsAward“ in der Kategorie „Entertainment“. Doch nicht nur die Kritiker sind begeistert, auch das Publikum honoriert die SchleFaZ-Sausen mit wachsender Begeisterung. Unter dem Hashtag #SchleFaZ sammeln sich bis zu 12.000 Tweets pro Folge!


Da lohnt es sich doch glatt, bei Oliver Kalkofe und Peter Rütten mal nachzufragen...:

Wie werdet ihr mit diesem Erfolg fertig?
Oliver Kalkofe: Es besteht natürlich immer die Gefahr, bei so viel unfassbarem Erfolg die Bodenhaftung zu verlieren, vor allem bei Peter. Andererseits haben wir uns diese natürliche Arroganz auch hart erarbeitet und inhaltlich mehr als verdient. Traurigerweise gab es für die meisten gewonnenen Preise noch nicht mal eine Trophäe, ich musste mir selber bei Mr. Minit Schilder aus Hartplastik machen lassen.

Peter Rütten: Mit Erfolg werde ich eigentlich immer recht gut fertig. Vermutlich besser, als mit Misserfolg. Aber so genau lässt sich das leider nicht sagen, da ich ja noch keinen hatte.

Schlägt das nicht irgendwann auf die Gesundheit? Körperlich wie mental?
Oliver Kalkofe: Schlechte Filme in einer derart hohen Konzentration greifen die Psyche an und schwächen das intellektuelle Immunsystem, wir rechnen mit schwerwiegenden mentalen Langzeitschäden. Aber einer muss die Scheiße ja schauen, wir können die Zuschauer den ganzen Schund ja wohl schlecht alleine sehen lassen!

Peter Rütten: Das Leben an sich schlägt ja auf die Gesundheit. Und einen SchleFaZ zu bearbeiten, ist wie der Ritt auf einem wilden, geisteskranken Kamel – man wird hin und hergeschaukelt, der Schritt brennt, die Augen tränen, man übergibt sich hilflos – aber wenn es vorbei ist, fühlt man sich körperlich und geistig wie runderneuert. Quasi unbesiegbar.

In der neuen Staffel dürfen sich die Zuschauer erstmals auf deutsches Film(un)gut freuen – warum? Gehen die Asylum-Filme aus?
Oliver Kalkofe: Davon wird es wohl leider nie zu wenige geben, aber es war längst überfällig, auch mal die eigenen Mülltonnen auszukratzen als immer nur bei den Nachbarn zu räubern. Zudem zeigen uns die deutschen Filmgurken erschütternd schmerzhafte Momentaufnahmen unserer eigenen Vergangenheit. Wir dürfen also stolz behaupten: Deutschland belegt bereits seit Jahrzehnten eine der Führungspositionen bei der Produktion schamlos scheußlicher Scheißfilme und darf sich ungelogen als einer der ganz großen Global Player auf dem internationalen Kackstreifen-Markt bezeichnen.

Peter Rütten: Die Hoffnung besteht leider nicht. Doch es gibt auch deutsche Bewegtbild-Verstöße, die sehr betroffen machen. Deshalb nehmen wir, als seriöse Filmjournalisten, beherzt den Besen in die Hand und kehren mal vor der eigenen Haustür. Da liegt nämlich erstaunlich viel Scheiße rum.

Welcher Film ist euer Highlight in der neuen 4. Staffel? Und warum?
Oliver Kalkofe: Schwer zu sagen, da gibt es viele. „Musik Musik“ und „Ich, ein Groupie“ sind echte Knaller aus glücklich vergessenen Tagen und „Invasion aus dem Innern der Erde“ hab ich mit elf Jahren begeistert im Kino gesehen, das alles werden schamvoll-furchterregende Zeitreisen in die Blütezeit der Peinlichkeiten. Allerdings führt uns „Daniel, der Zauberer wahrhaftig in ungeahnte neue Dimensionen der Scheißigkeit, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat... dieser Film dürfte ohne Frage die größte Herausforderung für uns alle werden!

Peter Rütten: Die ganze Staffel ist ja ein einziges Highlight. Aber den größten Respekt, vor uns und unseren endgeilen Zuschauern, werde ich wohl bei „Daniel, der Zauberer“ und „Ich, ein Groupie“ empfinden. Das sind keine Filme, das sind belichtete Hirn-Hochbelastungstests.

Habt ihr einen Top-Trash-Film, den ihr unbedingt mal ver-SchleFaZ-en möchtet?
Oliver Kalkofe: Die Liste ist lang und endlos, aber wir versuchen jedes Jahr ein paar unserer persönlichen Favoriten in die Hände zu bekommen. Ich wünsche mir aber auf jeden Fall endlich mal einen der richtig bekloppten alten „Godzilla“-Filme wie z.B. „King Kong – Dämonen aus dem All“.

Peter Rütten: Ich hätte da tatsächlich zwei deutsche Diamanten auf der Liste: Zlatkos sagenumwobenen „Mr. Boogie“ und Bushidos bewegendes Biopic: „Zeiten ändern dich“.

Welcher Kinofilm der letzten zwei Jahre hätte eurew SchleFaZ-Adelung verdient und warum?
Oliver Kalkofe: „Kartoffelsalat“ würde sicherlich auf die Liste gehören, allerdings wäre der fast schon ein zu leichtes Opfer. Aber auch „Fifty Shades of Grey“ würde sich bei uns sicherlich wohl fühlen.

Peter Rütten: „Fack ju Göhte 2“. Die genauere Begründung würde jetzt den Rahmen sprengen, aber ich denke, 7,5 Millionen Kinozuschauer werden mir begeistert zustimmen.