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Clive Owen

TELE 5: Wissen Sie noch, wann Sie mit dem Schauspiel-Virus infiziert wurden?

Clive Owen: Ja, daran kann ich mich sehr genau erinnern. Im Alter von 14 Jahren habe ich in einer Schulaufführung von ,Oliver Twist' einen Taschendieb gespielt - und das hat mir so großen Spaß gemacht, dass ich von da an nie wieder etwas anderes tun wollte. Theater wurde meine Leidenschaft; in meiner Heimatstadt Coventry in Mittelengland stand ich fortan so oft wie möglich auf der Bühne. Ich hatte großes Glück, dass ich dieses Hobby tatsächlich zu meinem Beruf machen konnte.

Was waren für Sie die Schlüsselmomente in Ihrer Karriere?

Das erste wirklich wichtige Ereignis in meinem Berufsleben war die bestandene Aufnahmeprüfung für die Königliche Schauspielschule in London. Zweitens würde ich ,Der Croupier' nennen, denn durch diesen Film hat das amerikanische Kinopublikum zum ersten Mal Notiz von mir genommen - und das hat mir in den USA Tür und Tor geöffnet. Drittens darf man sicherlich ,Hautnah' nicht vergessen: In der Uraufführung dieses brillanten Theaterstücks hatte ich eine der beiden männlichen Hauptrollen gespielt; dass ich sieben Jahre später in der Verfilmung des Stücks an der Seite von Jude Law, Julia Roberts und Natalie Portman die andere Hauptfigur verkörpern durfte, war ein Riesen-Geschenk - und führte zudem zu meiner ersten Oscar-Nominierung.

Wie planen Sie Ihre Laufbahn? Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Rollen aus?

Ich plane überhaupt nichts, sondern reagiere schlichtweg auf die Angebote, die ich bekomme. Für mich gibt es keine Wunschprojekte, keine Rollen, die ich gern einmal spielen möchte. Ich habe auch keinerlei Vorlieben, was bestimmte Genres betrifft. Ob es sich bei einem Film um einen Thriller, einen Western oder eine romantische Komödie handelt, ist mir herzlich wurscht. Ich habe nur den Wunsch,

möglichst viele unterschiedliche Figuren zu spielen.

Ist Ihnen bei Ihrer Rollenwahl bewusst, dass Sie ein Sexsymbol sind? Denken Sie manchmal bei der Drehbuch-Lektüre: „Ist das nicht ein bisschen zu viel Testosteron?"

Nein. Über den Testosterongehalt einer Rolle habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Ich überlege auch nicht, was die Leute wohl denken mögen oder ob ein Projekt gut zu den Filmen passt, die ich bisher schon gedreht habe. Nein, ich beurteile jedes Angebot ganz individuell und vorurteilsfrei - und entscheide dann einfach instinktiv, ob ich das Drehbuch interessant finde und ob ich gerne mit dem Regisseur arbeiten möchte. Denn der Film ist für mich eine Kunstform, bei der es ganz entscheidend darauf ankommt, wer Regie führt.








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