
Matt Damon
Hollywood-Star Matt Damon (39) im TELE 5-Interview:
TELE 5: Sie mussten lange kämpfen, um Ihren Durchbruch zu haben. Wie hat sich Ihr Leben verändert, seit Sie sich als Star bezeichnen dürfen?
Matt Damon: Ganz ehrlich, manchmal vermisse ich schon die Jahre, als ich noch jung und unbekümmert sein durfte. Andererseits ist es ein gutes Gefühl, wie erreicht zu haben. Ich gehe jetzt auf die 40 zu und blicke entspannt darauf, was das Älterwerden noch so bringen wird.
Am 8. Oktober feiern Sie Ihren 40. Geburtstag. Spüren Sie schon den Alterungsprozess im Bezug auf Actionrollen?
Wahrscheinlich muss ich zukünftig noch mehr Actionszenen meinem Double überlassen (lacht). Nein, Spaß beiseite! Eine gute Actionszene muss gut und detailliert choreographiert werden, um zu funktionieren. Meine Aufgabe als Schauspieler ist es dabei, glaubhaft zu sein. Ein Fehler, und der Zuschauer nimmt mir die Rolle nicht mehr ab und damit funktioniert dann der ganze Film nicht mehr.
Dass Sie physisch noch im Schuss sind, haben Sie erst kürzlich als Rugby-Spieler in Clint Eastwoods ,Invictus' und als US-Soldat in Paul Greengrass' ,Green Zone' bewiesen...
Die beiden Rollen haben mich schauspielerisch wie körperlich herausgefordert und ich bin wieder regelmäßig ins Fitness-Studio, um Muskeln aufzubauen. Darauf hatte ich ja für die Rolle in Steven Soderberghs ‚Der Informant‘ bewusst verzichtet, um dicklicher zu wirken. In ‚Invicutus‘ gab es das Problem, dass meine Filmfigur in Wirklichkeit viel größer als ich war. Zum Glück kann man das beim Film durch einige Tricks ausgleichen, wie mit höheren Absätzen und Kameraeinstellungen, die mich größer erscheinen lassen.
Sie arbeiten heute mit den berühmtesten Regisseuren. Was erwarten Sie von einem guten Filmemacher?
Man braucht Vertrauen und das Gefühl, dass der Regisseur weiß, was er will. Er soll eine Szene nicht ständig wiederholen lassen, nur weil er auf der Suche nach einer Inspiration oder Idee ist. Francis Ford Coppola hat mir mal gesagt, dass ein Regisseur stets in der Nähe der Kamera stehen sollte und mit dem bloßen Auge entscheiden sollte, welche Szene am authentischsten ist. Als Schauspieler begibt man sich in die Hände eines Regisseurs, und man will sich darin beschützt fühlen.
Terry Gilliam wollte von Ihnen, dass Sie sich für ,Brothers Grimm' eine falsche Nase aufsetzen, aber dazu kam es nicht...
Das stimmt! Eigentlich ist es eine lustige Geschichte: Terry wünschte sich das, woraufhin er tierischen Ärger mit Produzent Harvey Weinstein bekam. Harvey sagte, dass man in einem 80-Mio-Dollar-Projekt den Star des Films nicht verunstalten dürfte. Als Steven Soderbergh von der Geschichte hörte, lachte er sich fast kaputt und beschloss, mir in ‚Ocean's 13‘ einen richtig schönen Zinken aus Plastik zu verpassen. Den Spaß habe ich natürlich gern mitgemacht.
Sie sind seit 2005 glücklich verheiratet und erwarten mit Ihrer Frau bereits das nächste Kind. Hatten Sie schon immer den Wunsch nach einer großen Familie?
