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Rüttens Bullshit Universum Rüttens Bullshit Universum ANDERS BY TELE 5
Anders By TELE 5

Rüttens Bullshit Universum

Hast du Töne? Ja hat er – und was für welche!

Peter Rütten, Meister des geschliffenen Wortwitzes ist zurück: In Rüttens Bullshit Universum mit Rüttens Bullshit des Tages/der Woche/des Monats filtert er aus dem unüberschaubaren Nachrichten-Dschungel die wahrhaft wichtigsten Clips heraus und serviert diese neu vertont mit satirischem Pfeffer auf seine ganz eigene, Rütten'sche Art. Lecker und abscheulich zugleich!

So ein Bullshit!

Der Comedy-Philosoph greift auf tagesaktuelle Ereignisse aus Politik, Sport, Boulevard, Kino und Internet zurück. „In einer immer komplexer werdenden Welt mit einer nahezu unüberschaubaren Nachrichten-Flut helfe ich dem Zuschauer, Bedeutsames von Unwichtigem zu trennen. "Die ‚Bullshit'-Clips sind für mich persönliche Interpretationen des irritierend-irrwitzigen Ist-Zustands unserer Gesellschaft“ - Peter Rütten über das Konzept von Rüttens Bullshit Universum. Wir schließen uns an - so ein Bullshit!

Interview mit Mr. Bullshit-Universum
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Arbeit, Hobbys, Idole – um keine Antwort verlegen.


Fürs ‚Bullshit'-Universum erforscht Du neue Dimensionen – aus tagesaktuellen Themenbereichen. Worauf dürfen sich die Zuschauer freuen?
Die Zuschauer werden mit verblüffend gültigen Antworten auf die letzten, großen Weltgeheimnisse belohnt. Als da wären: Wer redet öffentlich, schamlosen Unsinn, warum tut diese Person das, welche wackelige Rechtfertigung hat sie sich zurechtgebastelt und warum hat der gemeine Zuschauer das vor meiner satirischen Bearbeitung nie wahrgenommen?

Kannst Du schon Beispiele nennen, wen oder was Du im Visier habst?
Nur so viel: Alle! Bis auf die Guten, Rechtschaffenen und Aufrechten.

Welche Prominenten aus Politik, Show oder Sport eignen sich Deiner Meinung nach besonders zur Synchro-Verballhornung?
Am liebsten sind mir die, die sich in Sachen Synchro-Verballhornung, für absolut ungeeignet halten. Also Menschen, die sich routiniert und mit schlafwandlerischer Sicherheit darauf verlassen, dass ihnen jeweils nur ihre oft völlig verblödeten Fans, Wähler, Zielgruppen, Untergebenen oder Kunden zuhören.

Warum braucht die Menschheit täglichen, wöchentlichen, monatlichen ‚Bullshit'?
Warum braucht die kleine, bunte Blume den nährenden Regen und den warmen Sonnenschein?

Schon mal böse Emails, Post oder gar Klagen bekommen wegen Ihrer Clips?
Ja. Früher schon mal von den thematisierten Promi-Produkten selbst, heute, in Zeiten in denen man schneller eine Meinung hat als Schambehaarung, gerne auch mal hastig von „vox populi“ [„der Stimme des Volkes“, Anm. d. Red]. Aber das positive, lobend ermunternde Feedback überwiegt deutlich. Ich hoffe nur, ich mache mir mit dieser Einschätzung nicht komplett was vor…

An welche Themen würdest Du dich niemals ran wagen?
An alles, was Menschen hilflos, verzweifelt, verstört oder trauernd hinterlässt. Ich hab mal, relativ kurz nach seinem Unfall, einen sehr unbedachten „Ayrton Senna“-Gag mit kalkuliertem „Boah“-Effekt geschrieben. Für den schäme ich mich heute noch. Opfer sind nur sehr, sehr bedingt komikfähig. Auch Promis. Täter, nach einer gewissen Zeit, immer und unbedingt. Das gehört zur Hygiene.

‚Rüttens Bullshit des Monats' moderiest Du auch. Wo fühlst Du dich wohler - vor oder hinter der Kamera?
Den richtigen Rahmen vorausgesetzt, in beiden Feldern gleich wohl. Allerdings ist das Risiko größer, in einer peinlichen Sache als Darsteller mitzuwirken, denn als Autor mitzuschreiben. In der Autorenposition weiß man recht schnell, ob man eher Bedauern oder tiefe Erleichterung verspürt, als Darsteller gar nicht angedacht zu sein.

Seit der Harald Schmidt Show bist Du bereits perfekt darin, Doku- oder Szenematerial neu zu vertonen. Schüttelst Du die Texte und Witzen nicht inzwischen locker mal aus dem Ärmel?
Danke sehr, aber locker aus dem Ärmel ist in der Regel auch locker daneben. Natürlich glückt das schon mal, aber konditionieren kann man das nicht wirklich. Gerade in meinem Metier gilt: Arbeit ist Arbeit, die hat immer ihre Gesetze. Nicht überheblich werden.

Wie hoch ist der Arbeitsaufwand für die Sichtung bei der Informationsflut, die über einen hereinbricht - spielt sich das eher unbewusst beim freizeitlichen Fernsehen und Surfen ab oder suchst Du gezielt nach recycle-baren Szenen? Bleibt da Zeit für die Familie?
Das ist eine Mischung aus ganz gezielt die Angel auswerfen und unterbewusst das Schleppnetz hinterherziehen. Mal hat man direkt was am Haken und noch ein paar schöne Fundstücke im Netz, mal ist da gar nix und man kann im Morgengrauen wieder mit dem Kutter losfahren. Zeit für Familie bleibt aber trotzdem. PS: Bitte nicht bei der Familie nachfragen.

Welchen Hobbies frönst Du, wenn Du mal nicht vor dem Fernseher sitzt, Texte schreibst oder vor der Kamera stehst? Wie tankst Du Energie für so viel ‚Bullshit'?
Sex, Sport, Sex, gutes Essen, mit dem Hund raus, gutes Buch lesen, harter Sport, Freunde treffen, wieder Sex mit allen, mit dem Hund raus, dann Sauna, Fans treffen, wieder Sex mit allen, danach Sauna, HBO-Serie gucken, gutes Buch lesen, lecker essen, erstaunlicher Sex mit gutem Buch oder dem Hund – ein ewiger Kreislauf.

Kannst Du überhaupt noch unbedarft fernsehen, ohne die Sendung gleich gedanklich neu zu interpretieren?
Beim herkömmlichen, deutschen Gebrauchsfernsehen: Nein. Sofortige innere Bearbeitung. Reflex. Absolut wehrlos.

Du spielst in Deinen ‚Bullshit'-Clips mit sehr vielen Dialekten. Welche beherrschst Du besonders gut und gibt es welche, die Du nicht kannst oder lieber meidest? Kannst Du auch Stimmen von Promis imitieren?
Wenn sich, aus meiner Sicht, die Mühe lohnt, krieg ich alles irgendwie in Tendenz hin. Sowohl die Dialekte, als auch die Promi-Stimmen. Wie gesagt, irgendwie. Was und wie die Person etwas situativ sagt, ist mir wichtiger, als eine möglichst perfekte Parodie. In diesem Fachbereich bin ich schon einigermaßen begrenzt. Für Matze Knop-Standards sogar regelrecht unfähig.

Hast Du mit verschiedenen Stimmen nachgespielt oder was Ähnliches in diese Richtung gemacht?
Tatsächlich. Um genau zu sein, aufwendig produzierte Hörspiele auf meinen alten Kassettenrekorder. In bis zu 27 verschiedenen Sprechrollen, habe ich einem wehrlosen Publikum, nämlich meinen Eltern, viele kurzweilige, anregende und spannende Stunden beschert. Ich frage mich heute noch, in wie weit diese komplexen „Filme für’s Ohr“, etwas mit der späteren Scheidung meiner Eltern zu tun haben.

Wäre eine ernsthafte Synchro-Rolle reizvoll für Dichi? Wenn ja, von welchem Schauspieler wärst Du gerne Stammsprecher?
Von Til Schweiger. Wäre doch schön, wenn die Kinogänger mal verstehen würden, was er da so alles nuschelt. Im Ernst: Richtig toll sind Kevin Spacey oder Jeff Bridges. Solche Großmeister zu vertonen, wäre schon ein Träumchen. Bleibt aber auch eines, weil die Herrschaften ja bereits vergeben sind.

Deine Show-Vorbilder waren u. a. Peter Frankenfeld und Rudi Carrell. Konntest Du von Deinen Idolen lernen?
Frankenfeld war ein akribischer, aber auch naturspontaner, komischer Moderator, der meisterhaft „alle“ ansprechen konnte, als es noch so etwas wie Familien-Sendungen gab. Carrell war der gottverdammt lässigste, witzigste und gerissenste Showmaster, den wir je hatten. Showmaster oder „Samstag Abend“-Moderator, wollte ich aber nie werden. Ich hatte darum nur ein persönliches, deutsches TV-Vorbild: Harald Schmidt. Und mit dem durfte ich dann ja eine ganze schöne Weile arbeiten.