Tu mir einen Gefallen und geh’ fallen!

Kopfüber und voll auf die Zwölf! Ja, richtig zu stürzen, ist eine Kunst – zumindest, wenn es nach Sandro Giordano geht. Mit seinem Projekt „IN EXTREMIS (bodies with no regret)“ setzt der italienische Fotograf unterschiedlichste Sturz-Situationen kunstvoll in Szene. Er komponiert absurde Bilder, die nicht nur einen skurrilen Moment zeigen, sondern auch eine ganze Geschichte erzählen.

Wir sind der Meinung: Einfach umwerfend anders – und daher genau TELE 5.

 

Wie kommt man bloß auf so eine Idee?

Sein Gefallen am Fallen führt Sandro unter anderem auf einen Radunfall und seine instinktive Reaktion zurück. Anstatt sich beim Sturz mit den Händen zu schützen, hielten seine Finger einen Energie-Riegel fest umklammert. Ein Objekt war ihm in dem Augenblick wichtiger als sein Leben! Eine folgenschwere Erkenntnis, die wiederum ihn nicht mehr losließ. Betrachtet man seine Bilder unter diesem Blickwinkel, fällt einem sofort auch ihre Materialismus-Kritik ins Auge.

 

 

Über Sandro Giordano

Vom Zeichentisch auf die Bühne und hinter die Kamera! Das ist der Weg von Sandro Giordano. Der Italiener studierte Design und arbeitete anschließend zwanzig Jahre lang als Schauspieler. Die Idee für das Fotoprojekt „IN EXTREMIS (bodies with no regret)“ war für ihn schließlich der Auslöser, um fortan professionell auf den Auslöser zu drücken. Seit Oktober 2013 widmet sich Sandro Giordano komplett seinem Fotografie-Projekt IN EXTREMIS.

IN EXTREMIS – worum geht’s?

Die Fotografien sind kurze Stories übers Fallen. Jedes Bild erzählt die Geschichte eines abgekämpften Charakters, der ganz plötzlich zum Sturz kommt. Die dargestellten Personen sind nicht in der Lage sich selbst zu helfen, weil sie sich dem gesellschaftlichen Druck unterwerfen, ein bestimmtes äußerliches Erscheinungsbild aufrecht zu erhalten, anstatt einfach nur zu leben.

Was will Sandro Giordano mit seinem Foto-Projekt ausdrücken?

Wir leben in einer verfälschten Welt voller Stereotype und plastischer Chirurgie. Sandro Giordano ist der festen Überzeugung, dass Perfektion in der Unvollkommenheit liegt. Gerade unsere Schwächen machen jeden einzelnen von uns besonders und unterscheiden uns voneinander. IN EXTREMIS visualisiert, dass man am absoluten Tiefpunkt ankommen (und fallen) muss, um neu zu beginnen.

 

Was genau wird bei IN EXTRMIS dargestellt?

Jeder der dargestellten Charaktere versucht, ein Objekt zu retten. Das Objekt steht symbolisch für eine verfälschte Welt. Diese “Falschheit” wird auch durch die Kleidung der dargestellten Personen, ihre Frisuren und die Orte, an denen die Bilder entstehen, verdeutlicht. All das steht für die Falschheit der Gesellschaft und der Welt, während der verdrehte Körper, der fotografierten Personen, die Konfrontation mit der Wahrheit und Realität ausdrückt.


 

Hier gibt's schon jetzt noch mehr von Sandro Giordano: www.sandrogiordanoinextremis.it
Oder schau dir hier seine Bilder auf Instagram an: www.instagram.com/__remmidemmi