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Thomas Gottschalk

Thomas Gottschalk (59) im Tele 5-Exklusivinterview über das Genie von Bully Herbig, die Helden seiner Kindheit und das Gefühl, zur Größe verdammt zu sein.

Tele 5: Sie drehen Ihre Sendung ‚Gottschalks Filmkolumne - Ich liebe Kino‘ in den Kulissen von Bullys Film ‚Wickie und die starken Männer‘. Der Comedian schrieb dabei das Drehbuch, castete, führte Regie. Wie sehen Sie Herrn Herbig?

Thomas Gottschalk: Bully ist eine Ausnahme-erscheinung. Er ist kein eindimensionaler Komiker wie viele seiner Kollegen, er hat auch eine große Regiebegabung. Als ich ‚Die Supernasen‘ drehte, habe ich meinen Produzenten vorgeschlagen, eine komödienhafte Persiflage auf die Karl-May-Filme zu drehen.

Mike Krügers Nase eignete sich natürlich sehr gut für Winnetou und ich sah mich schon als Lex Barker. Aber meine Produzenten meinten, das könne man nicht machen. Niemand wolle über so große Kinohelden lachen. 15 Jahre später hat Bully das mit großem Erfolg gemacht. Er hatte den richtigen Riecher, zur richtigen Zeit. Ich hatte ihn leider zur falschen Zeit.
Dann hat Michael Herbig in der Verfilmung des ‚Brandner Kaspar‘ bewiesen, dass er noch andere schauspielerische Facetten hat. Außerdem ist er ein sehr netter Mensch. Es gibt ja viele Charaktere in meinem Metier, die man als Produzenten oder Schauspieler bewundern kann, die aber persönlich keinen großen Gewinn darstellen. Bully ist anders. Er hat mich mit seiner Frau in Los Angeles besucht und wir haben uns sehr gut unterhalten. Ich bin rundum ein Fan von ihm.

Gibt es einen vergleichbaren Mann in den USA?

Da gibt es schon einige Comedians, Adam Sandler beispielweise, Will Ferrell oder Kevin James. Bully hat in Deutschland Glück, denn es gibt hier nicht so viele vielseitig begabte Talente wie ihn.

Werden Sie in einem von Michael Herbigs Filmen mitspielen?

Das wird er sich gut überlegen, ob er mich fragt ... Er würde mich wohl eher persiflieren. Ich denke nicht, dass er mich mal mitspielen lässt, obwohl er Sky du Mont ja auch eine Chance gegeben hat. Den kennen die jungen Leute ja nur aus ‚Der Schuh des Manitu‘.

Gibt es andere Pläne, auf die Leinwand zurückzukehren oder neue Projekte?

Immer wieder mal. Aber wenn, dann muss es funktionieren. Ich habe schon kleinere Ideen, aber wenn ich dabei unter fünf Mio. Zuschauer habe, heißt es doch gleich, das hat nicht geklappt. So arrogant es klingen mag, aber ich bin irgendwie zur Größe verdammt. Das ist zwar nicht fair, aber es ist Fakt, daher bin ich vorsichtig.

Zurück zu ‚Wickie und die starken Männer‘. Mit welchen Serien sind Sie groß geworden?

In einer schwarz-weißen Fernsehwelt, mit ‚Lassie‘, ‚Flipper‘, ‚Fury‘ und ‚Rin Tin Tin‘. In meiner Kindheit ging alles noch immer gut aus. Das Böseste, was passieren konnte, war ein schlimmer Nachbar, der mit der Luftpistole herumballerte. Das war viel harmloser als heute.