Kriegs- und Antikriegsfilme erkennen oft den Horror und das Versagen des Krieges an und stellen den eigentlichen Konflikt gegen Nationen oder die Menschheit als primäre Handlung oder Hintergrund des Films dar. Typische Elemente sind Kriegsgefangenenlager, U-Boot-Kriegsführung, Spionage, persönliches Heldentum, Luftkämpfe, Infanterie-Erlebnisse oder Kumpelabenteuer während der Kriegszeit. In Kriegsfilmen werden Themen wie Kampf-, Überlebens- und Fluchtgeschichten, Erzählungen von Opfer und Kampf sowie Studien über die Sinnlosigkeit und Unmenschlichkeit des Krieges untersucht. Auch den Auswirkung auf die Gesellschaft, sowie tiefgreifenden Erkundungen der moralischen und menschlichen Fragen stellt sich der ein oder andere Kriegsfilm.


Einige Kriegsfilme veranschaulichen mit Begeisterung die Aufregung der Kriegsführung und zeigen dabei actiongeladene Szenen und brutale Schlachten.


Andere konzentrieren sich eher auf die Heimatfront als auf den Konflikt an der militärischen Kriegsfront.

Was allerdings die meisten Kriegsfilme vereint ist ihre Kritik an der Sinnlosigkeit des Krieges.

Kriegsfilme wurden oft als Propaganda verwendet, um Nationalstolz und Moral zu inspirieren und den Ruhm der eigenen Streitkräfte zu zeigen. Handlungen des Feindes wurden dabei, besonders während des Krieges oder in der Nachkriegszeit, scharf kritisieren.

Nicht selten werden Kriegsfilme auch zum Ausdruck der Kritik verwendet.

Kriege wie etwa der Vietnamkrieg und der Irakkrieg, haben sowohl unterstützende als auch kritische Filme über den Konflikt hervorgebracht. Populäre Beispiele sind M * A * S * H ​​von Robert Altman oder Michael Moores Dokumentarfilm Fahrenheit 9/11.

Oft finden sich auch andere Genres, wie zum Beispiel die Romantik, schwarzer Humor oder auch Motive aus Thrillern in Kriegsfilmen wieder. Eine Reihe von Kriegsfilmen sind tatsächlich historische Epen – authentische Versuche, die Erfahrung des Krieges auf der Leinwand nachzubilden. Andere Verfilmungen gleichen eigentlich eher einem Western, verkleiden sich allerdings als Kriegsfilme.

Unsere Filmempfehlung: Niemandsland – The Aftermath

Mit Niemandsland – The Aftermath zaubert James Kent eine neue Historienverfilmung auf die Leinwand. Der Kriegsfilm spielt im Jahre 1946 und schildert die Umstände der Nachkriegszeit sowie die sich anbahnende Beziehung zwischen Rachel Morgan, der Frau eines britischen Oberstleutnants und einem deutschen Witwer. So werden aus Hass und Trauer schnell Leidenschaft und Betrug.

Niemandsland The Aftermath
(C) 20th Century Fox

Die Anfänge des Kriegsfilms

Das Genre existiert schon so lange wie es Stummfilme gibt. Filmemachern wurden vielfältige Möglichkeiten für interessante Stories aus der amerikanischen Geschichte geboten, beginnend mit dem Französischen und Indischen Krieg bis hin zum Krieg in Vietnam. Die unzähligen Kriege des 20. Jahrhunderts, vor allem aber der Erste und der Zweite Weltkrieg, haben den Filmemachern reichhaltiges Material geliefert.

Full Metal Jacket

Einige große Filme sprachen sich für den Pazifismus aus, um die Unmenschlichkeit der Menschen gegenüber den Menschen und die Schrecken des Krieges darzustellen, so dass das Publikum den Krieg ablehnen konnte. Die pazifistische Stimmung begann sich jedoch zu ändern, und der amerikanische Eintritt in den Krieg im April 1917 bescherte Hollywood eine der größten Quellen für Verschwörungen. Die propagandistischen Filme dienten meistens als Rekrutierungsmittel und als emotionale Tiraden gegen den Feind, was unheilvoll darauf hindeutete, dass ein heroisches amerikanisches Engagement den Sieg bringen und als Kreuzzug dienen würde, der „die Welt für die Demokratie sicher machen“ würde.

Prägende Kriegsfilme

Hearts of the World (1918) ist ein sentimentaler, propagandistischer Film, der den Eintritt der USA in den europäischen Konflikt des Ersten Weltkrieges portraitiert. Die Semi-Dokumentation zeigt neben gecasteten Passagen auch reale Schlachtaufnahmen, die 1917 vor Ort am Rande des Krieges aufgenommen wurden. Griffiths Film drückte die Auswirkungen des Krieges auf einen Rekruten aus und verdeutlichte darüber hinaus die Boshaftigkeit der Deutschen. Diese wurde insbesondere durch die Gräueltaten einen unbarmherzigen und kaltblütigen Offizier, gespielt von Erich von Stroheim, für das Publikum deutlich.

Der Dokumentarfilm Meine vier Jahre in Deutschland (1918), der erste wirkliche Hit für Warner Bros Studios, wurde als Tatsachenbericht dargestellt. Er sollte die Erfahrungen von James Gerard, dem US-amerikanischen Botschafter in Deutschland von 1913 bis 1917, aus erster Hand, einschließlich seines Zeugnisses von unzähligen und grausamen deutschen Gräueltaten zeigen.

Nach dem Waffenstillstand, der den Ersten Weltkrieg 1918 beendete, wurden Kriegsfilme weitgehend eingestellt. Europäische Filmschaffenszentren lagen in Trümmern und gaben Hollywood den nötigen Schub. Hollywood war für 80% der US-amerikanischen Filmproduktion und des in New York kontrollierten Weltfilmvertriebs verantwortlich. Ein sehr erfolgreicher Antikriegsfilm, der Rudolf Valentino zu einem Star machte, war Rex Ingrams Die vier Reiter der Apokalypse (1921). Hier stellte der Erste Weltkrieg den Hintergrund für die Geschichte einer unerlaubten Liebe.

In den Friedenszeiten Mitte der 1920er Jahre wurden Kriegsfilme wiederbelebt und waren plötzlich ein großes Geschäft. Die Möglichkeiten der modernen Filmproduktion arbeiteten dabei vor allem an einer realistischen Wirkung der Filme. So wurde sie durch realistische Geräusche wie Explosionen oder Schüsse ergänzt.