Anne Hathaway Interview

„Wenn es nach mir gehen würde, würde ich den ganzen Ruhm beiseitelegen und ganz normal meinem Job nachgehen“

Anne Hathaway im TELE 5-Interview über ihre Vorbilder, spirituelle Übungen und warum es so schwer ist, sich selbst zu lieben

TELE 5 zeigt den Star in „Passengers“ am Mittwoch, 22. Juli 2020, 20:15 Uhr

Sie erkennt Superhelden, wie kürzlich den kleinen Bridger, der sich zwischen seine Schwester und einem Hund gestellt hat und dem kleinen Helden über Instagram ihre Bewunderung ausdrückte. Sie selbst bezeichnet sich als „Angsthasen“. Oscar-Preisträgerin Anne Hathaway (37, „Der Teufel trägt Prada“, „Les Misèrables“). Demnächst wird sie wieder mit Robert De Niro in „Armageddon Time“ vor der Kamera stehen, mit dem sie 2015 bereits „Man lernt nie aus“ drehte. Wer nicht so lange warten will: Auf TELE 5 überzeugt die sympathische Schauspielerin, die bereits einen Stern auf dem „Walk of Fame“ hat, in dem effektvollen Mystery-Thriller „Passengers“ am Mittwoch, 22. Juli, 20:15 Uhr.

Im TELE 5-Interview erzählt Anne Hathaway …

… warum sie auf Instagram, aber nicht auf Twitter aktiv ist:

„Viele Leute, wie zum Beispiel Steve Martin haben Twitter in ihre eigene Kunst verwandelt. Was ich toll finde und auch für viele Komiker oder Promis funktioniert. Ich bin jedoch ein bisschen altmodisch und finde, je weniger die Leute über mein persönliches Leben Bescheid wissen, desto weniger glauben sie, mich zu kennen. Sie sehen mich im Kino und können mich hinterher einfacher vergessen. Wenn es nach mir gehen würde, würde ich den ganzen Ruhm beiseitelegen und ganz normal meinem Job nachgehen. Aber ich weiß, dass dies nur eine Wunschvorstellung ist.“

…: ob sie sich ihre eigenen Filme auf Premieren ansieht:
„Nein, normalerweise nicht. Ich habe Angst vor der Reaktion der Zuschauer. Ich bin ein Angsthase. Lieber gehe ich auf die After-Party und höre mich um, wie die Reaktion war. Ich finde es hart mich selbst auf der Leinwand zu sehen und mich sprechen zu hören. Davor bin ich immer nervös. Normalerweise schaue ich mir den Film oder die Serie, in denen ich mitspiele in einer privaten Vorführung an, mit einer sehr kleinen Auswahl an Zuschauern, die normalerweise meine Familie und engsten Freunde sind.“

… wie man es schafft, sich selbst zu lieben:

„Ich kann selbstverständlich nur über meine eigenen Erfahrungen sprechen. Mir helfen spirituelle Übungen. Es ist nicht immer einfach, sich daran zu halten, aber es lohnt sich, positiv zu denken. Es gibt viele Leute, die uns auf unserem Weg enttäuscht haben, aber es gibt auch viele Leute, die für einen da sind und zeigen, dass es anders geht. Das Wichtigste jedoch ist, ehrlich zu sich selbst zu sein. Keine Entschuldigungen mehr. Das bin ich, ohne Filter.“

… wer ihre Vorbilder sind:

„Meryl Streep, Cate Blanchett und Paul Newman. Schauspieler, die es trotz ihrer Karriere geschafft haben, ein liebevolles Familienleben zu führen.“

Hier gibt’s das komplette Interview:

Sie sind bei Instagram aktiv, jedoch nicht auf Twitter. Wieso?

Viele Leute, wie zum Beispiel Steve Martin haben Twitter in ihre eigene Kunst verwandelt. Was ich toll finde und auch für viele Komiker oder Promis funktioniert. Ich bin jedoch ein bisschen altmodisch und finde, je weniger die Leute über mein persönliches Leben Bescheid wissen, desto weniger glauben sie, mich zu kennen. Sie sehen mich im Kino und können mich hinterher einfacher vergessen. Wenn es nach mir gehen würde, würde ich den ganzen Ruhm beiseitelegen und ganz normal meinem Job nachgehen. Aber ich weiß, dass dies nur eine Wunschvorstellung ist (lacht). 

Es ist sicherlich schwer im Rampenlicht zu stehen

(Überlegt) Sehr schwer. Jeder glaubt irgendwie den Anspruch zu haben, alles über einen zu wissen. Die Privatsphäre zählt nicht mehr. Natürlich haben die sozialen Kanäle auch Vorteile. In schweren Zeiten wie jetzt, können wir alle zusammenhalten und gemeinsam anderen Leuten und Projekten helfen.

Wie haben Sie sich überhaupt dazu entschieden Schauspielerin zu werden?

Ich war drei Jahre alt, als ich meine Mutter auf der Bühne sah. Sie spielte Eva Perón. Neben ihr waren Kinder mit auf der Bühne. Damals dachte ich mir, das möchte ich auch machen. Ich wollte mit den anderen Kindern auf der Bühne sein. Ich hatte diesen Gedanken nie verloren. Je älter ich wurde, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich Schauspielerin werden will. Für mich gab es keinen Plan B.

Wer sind Ihre Vorbilder?

Meryl Streep, Cate Blanchett und Paul Newman. Schauspieler, die es trotz ihrer Karriere geschafft haben, ein liebevolles Familienleben zu führen.

Was ist für Sie Liebe?

Zuhören! Es gibt nichts Besseres, als das Gefühl, zu wissen, dass einem zugehört und man verstanden wird. Vor allem, wenn der Partner sich daran erinnert, was gesagt wurde. Es ist eine lebensverändernde Liebe, wenn der Partner verständnisvoll ist, einem richtig zuhört. Anbeten und zu allem Ja und Amen sagen, ist nicht das Verständnis, das wir wirklich in der Liebe brauchen.

Ist es schwerer, sich selbst zu lieben, wenn man wie Sie im Rampenlicht steht?

Wir alle wurden schon mal verletzt und genau diese Wunden tragen wir mit uns herum. Diese hässlichen Worte, die irgendein Idiot zu uns gesagt hat, graben sich in unser Gedächtnis. Diese Worte wieder zu vergessen und sich selbst wieder zu lieben, ist sehr hart. Vor allem, wenn einem die ganze Welt dabei zusieht.

Wie schafft man das?

Ich kann selbstverständlich nur über meine eigenen Erfahrungen sprechen. Mir helfen spirituelle Übungen. Es ist nicht immer einfach, sich daran zu halten, aber es lohnt sich, positiv zu denken. Es gibt viele Leute, die uns auf unserem Weg enttäuscht haben, aber es gibt auch viele Leute, die für einen da sind und zeigen, dass es anders geht. Das Wichtigste jedoch ist, ehrlich zu sich selbst zu sein. Keine Entschuldigungen mehr. Das bin ich, ohne Filter.

Schauen Sie sich Ihre eigenen Filme auf Premieren an?

Nein, normalerweise nicht. Ich habe Angst vor der Reaktion der Zuschauer. Ich bin ein Angsthase. Lieber gehe ich auf die After-Party und höre mich um, wie die Reaktion war. Ich finde es hart mich selbst auf der Leinwand zu sehen und mich sprechen zu hören. Davor bin ich immer nervös. Normalerweise schaue ich mir die Filme oder die Serien, in denen ich mitspiele in einer privaten Vorführung an, mit einer sehr kleinen Auswahl an Zuschauern, die normalerweise meine Familie und engsten Freunde sind.

Apropos: Es gibt heutzutage immer noch Tabuthemen, die gesellschaftlich nicht angesprochen werden sollten.

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, wer diese Richtlinien dafür festlegt, was tabu und was nicht tabu sein sollte. Wir sind alle Menschen und jeder einzelne von uns ist auf eine gewisse Art und Weise perfekt, auch wenn wir Probleme haben. Das ist menschlich. Es gibt keinen einzigen Menschen, der hundertprozentig gesund oder hundertprozentig mit sich zufrieden ist.

Und man sollte auch darüber sprechen können.

Genau! Meine Eltern haben mich nicht dazu erzogen, mich immer politisch korrekt zu verhalten oder ein typisches Mädchen zu sein, sie waren geschlechtsneutral und haben mich ermutigt, Dinge anzusprechen, über die ich reden möchte – ohne mir vorher zu überlegen, ob ich das in unserer Gesellschaft auch ansprechen darf. Deshalb bin ich dadurch ein sehr offener Mensch geworden.

Wie sind Sie aufgewachsen?

Ich bin in einer sehr toleranten Umgebung aufgewachsen, zumindest was meine Emotionen angeht. Ich konnte immer für die Welt und die Menschen, die ich liebe, einstehen. Viele sind nicht so frei erzogen worden und können sich deshalb auch nicht so ausdrücken, wie sie das vielleicht gerne täten. Ein großer Teil davon versucht, sich vor den Wahrheiten, mit denen wir alle umgehen müssen, zu verstecken. Ich will keinen Orden dafür, dass ich Themen anspreche, über die nicht gesprochen wird. Ich sehe es so, dass diese Themen von Anfang an nicht unausgesprochen bleiben sollten.

Was haben Sie noch von Ihren Eltern gelernt?

Als ich noch jung war, gaben sie mir einen Tipp, den ich bis heute noch nicht vergessen habe: Konzentriere dich auf dich selbst. Ziehe deine Scheuklappen auf und schaue nicht nach links und rechts. Laufe dein eigenes Rennen und kümmere dich nicht um andere. Diesen Ratschlag habe ich wahrgenommen und konzentriere mich beruflich auf mein Rennen. Natürlich freue ich mich über den Erfolg meiner Schauspielkollegen, denn Neid ist etwas ganz Schreckliches.

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