Colin Farrell Interview

„Mein Ruhm ist weniger geworden. Das ist ok für mich.“

Colin Farrell im TELE 5-Interview und in „Tigerland“ am Donnerstag, 21. April 2020, 22:30 Uhr

Im nächsten „Batman“ soll er den Pinguin geben: Schauspieler Colin Farrell. Die Dreharbeiten sind wieder angelaufen und die Fans können sich hoffentlich auf einen Kinostart im September freuen. Da seine Rolle im neuen Fledermaus-Sequel eher klein ausfällt, zeigt TELE 5 am Donnerstag, 21. Mai, 22:30 Uhr den Star in der Rolle, die ihn einst groß und berühmt machte: Als Private Roland Bozz in „Tigerland“ aus dem Jahr 2000. Regisseur Joel Schumacher drehte sein intensives Antikriegs-Drama mit einer 16mm Handkamera, um ihm einen grobkörnigen Dokumentarfilm-Look zu geben. Der Film lief seinerzeit zum Start nur in 5 Kinos gleichzeitig.

Im TELE 5-Interview spricht Colin Farrell darüber…

… warum der Ruhm nicht mehr so sein Ding ist:

„Heutzutage habe ich nicht mehr ständig die Kamera auf mich gerichtet. Mein Ruhm ist weniger geworden. Aber das ist ok für mich. Ab und zu bekomme ich Konzertkarten geschenkt, oder hab die Möglichkeit einen schönen Tisch in einem schicken Restaurant zu bekommen, wo man normalerweise wochenlang darauf warten muss, oder gar nicht erst reinkommt. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Aber der Fokus meines Lebens liegt heutzutage jedenfalls außerhalb des Rampenlichtes.“

… ob ihm die Schauspielerei heute weniger Spaß macht:

„Das kann man so nicht sagen. Es ist anders. Das hätte ich mir früher nie vorstellen können, dass ich dies einmal sagen werde. Ich liebe meinen Job und ich finde es toll, immer noch Rollenangebote zu bekommen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich immer noch den Beruf ausüben kann, in den ich mich vor fast 20 Jahren verliebte. Zusätzlich bin ich sehr glücklich darüber, dass ich mit dieser Liebe einen sehr guten Weg gefunden habe, um für meine Familie zu sorgen. Aber gleichzeitig glaube ich, sehe ich meinen eigenen Wert nicht mehr so, wie ich dies vielleicht einmal getan habe.“

… ob er mehr über das Leben nachdenkt, je älter er wird:

„(Überlegt) Ich habe mir schon immer Gedanken über mein Leben gemacht. Nur weil ich jetzt älter bin, bedeutet das nicht, dass ich mit Bedauern zurückblicke. Ich möchte nicht noch einmal 20 oder 30 sein. Das einzige, was ich mir wünschen würde, ist, dass die 40er nicht so schnell vergehen. Irgendwie kommt es mir vor, je älter ich werde, desto schneller rast das Leben an mir vorbei (lacht).“

… ob Hollywood nur eine Traumvorstellung für die Menschen ist

„Vielleicht ja. Aber nicht die Traumvorstellung in meinem Leben. Ich kann mich nicht über Hollywood beklagen, es war gut zu mir. Aber es ist für viele schwierig zu navigieren.“

Sie haben zwei Söhne, James (16) und Henry (10). Macht es Spaß Filme zu drehen, die sich ihre Kinder anschauen können?

Es ist schön, ihnen zu zeigen, was Papa macht, wenn er bei der Arbeit ist. Aber sie kennen mich auf eine ganz andere Art und Weise außerhalb dieses Filmstar-Unsinns (lacht).

Aber es ist doch sicherlich toll, einen Vater zu haben, der auf der Kinoleinwand zu sehen ist?

(Überlegt) Ich glaube nicht, dass sie deshalb mehr von mir beeindruckt sind. Sie sind damit groß geworden und wissen was es bedeutet, wenn Papa am Filmset ist.

Haben Sie sich dafür auch als Jugendlicher interessiert?

Überhaupt nicht. Ich habe mich viel mehr auf Sport konzentriert. Football und Fußball waren mein Ding. Nicht die Schauspielerei.

Sie werden dieses Jahr 44 Jahre alt. Irritiert Sie das ein bisschen?

Absolut nicht. Ganz im Gegenteil. Mein 25. Geburtstag hat mich viel mehr irritiert (lacht).

Denken wir nicht mehr über das Leben nach, je älter wir werden?

(Überlegt) Ich habe mir schon immer Gedanken über mein Leben gemacht. Nur weil ich jetzt älter bin, bedeutet das nicht, dass ich mit Bedauern zurückblicke. Ich möchte nicht noch einmal 20 oder 30 sein. Das einzige, was ich mir wünschen würde, ist, dass die 40er nicht so schnell vergehen. Irgendwie kommt es mir vor, je älter ich werde, desto schneller rast das Leben an mir vorbei (lacht).

Wünschen wir uns nicht manchmal das ewige Leben?

Irgendwie scheint es das Bestreben eines jeden zu sein. Seit jeher versuchen die Menschen, die Zeit zu ihren Gunsten zu verbiegen um in der Lage zu sein, die Entwicklung des Menschen und unseres Planeten, kulturell und physiologisch aus nächster Nähe zu beobachten. Das mag zwar alles interessant sein, aber das würde wirklich eine Ewigkeit dauern. Auch wenn wir es uns wünschen, nicht älter zu werden und unser Äußeres manipulieren, wird trotzdem jeder von uns älter. Den Lauf der Zeit kann leider niemand stoppen.

Macht Ihnen der Ruhm, der mit der Schauspielerei kommt, Freude?

Ich muss gestehen, dass ich mit 22 Jahren, als ich in Los Angeles ankam, den Ruhm bei weitem mehr genossen habe als jetzt. Damals habe ich viele Möglichkeiten, die mit dem Ruhm kamen, ausgekostet (lacht). Aber das ist heute nicht mehr mein Ding.

Wieso das?

Heutzutage habe ich nicht mehr ständig die Kamera auf mich gerichtet. Mein Ruhm ist weniger geworden. Aber das ist ok für mich. Ab und zu bekomme ich Konzertkarten geschenkt, oder hab die Möglichkeit einen schönen Tisch in einem schicken Restaurant zu bekommen, wo man normalerweise wochenlang darauf warten muss, oder gar nicht erst reinkommt. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Aber der Fokus meines Lebens liegt heutzutage jedenfalls außerhalb des Rampenlichtes. Vielleicht zwei Mal im Jahr sieht man mich auf einer Premiere und das war es dann auch. Aber wie gesagt, ich bin darüber auch sehr glücklich.

Fühlen Sie sich in Hollywood eher wie die Beute oder wie das Raubtier?

(Lacht) Ganz so dramatisch ist es auch wieder nicht. Ich bin ein erwachsener Mann, der sich ausgesucht hat, seinen Lebensunterhalt in Hollywood zu verdienen. Das Leben hier zieht manchmal eine gewisse Aufmerksamkeit auf sich und ist oberflächlicher als in anderen Städten. Aber ich lebe nicht in Hollywood. Obwohl es ein geografischer Ort in der Stadt von Los Angeles ist, ist er gleichzeitig eine Art Geisteszustand (lacht). Dort, wo ich wohne, ist es ganz anders als in Hollywood. Außerdem drehen wir die meisten Filme, zumindest die, in denen ich mitspiele, gar nicht in Hollywood.

Ist dann Hollywood nur eine Art Traumvorstellung von vielen?

Vielleicht ja. Aber nicht die Traumvorstellung in meinem Leben. Ich kann mich nicht über Hollywood beklagen, es war gut zu mir. Aber es ist für viele schwierig zu navigieren.

Macht Ihnen die Schauspielerei heute weniger Spaß als früher?

Das kann man so nicht sagen. Es ist anders. Das hätte ich mir früher nie vorstellen können, dass ich dies einmal sagen werde. Ich liebe meinen Job und ich finde es toll, immer noch Rollenangebote zu bekommen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich immer noch den Beruf ausüben kann, in den ich mich vor fast 20 Jahren verliebte. Zusätzlich bin ich sehr glücklich darüber, dass ich mit dieser Liebe einen sehr guten Weg gefunden habe, um für meine Familie zu sorgen. Aber gleichzeitig glaube ich, sehe ich meinen eigenen Wert nicht mehr so, wie ich dies vielleicht einmal getan habe. Doch genau das ist es, was mich freier gemacht hat. Ich gehe die Schauspielerei heute mit weniger Druck an, vielleicht kann ich sie deshalb mehr genießen.

Springen Sie deshalb nicht von Projekt zu Projekt?

Früher tat ich das, aber heute nicht mehr. Gott sei Dank ist es mir finanziell möglich, mir genau die Filme auszusuchen, in denen ich wirklich mitspielen möchte und ich kann mir erlauben, viel Auszeit zwischen meinen Filmprojekten zu nehmen. Manchmal sogar zwei oder drei Monate am Stück. Das ist mir wichtig, denn wenn ich einen Film drehe bin ich lange von meiner Familie und meinen Freunden getrennt, deshalb brauche ich diese Freizeit nach einem Projekt. Sieben Jahre lang, bin ich von Film zu Film gesprungen und habe in Hotels gewohnt. Doch jetzt bin ich in einem neuen Kapitel meines Lebens angekommen. Jetzt habe ich das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben gefunden (grinst).

Wie sieht ein perfekter freier Tag für Sie aus?

Ausschlafen und dann den Tag mit meinen Jungs zu verbringen. Kochen und zusammen mit meiner Familie Abendessen.

Betreiben Sie noch Yoga?

Ich muss zugeben, dass ich mit Yoga ein bisschen nachlässig geworden bin. Wenn ich zuhause bin, gehe ich lieber spazieren oder wandere. Aber ich vermisse meine Yoga Zeiten. Vielleicht werde ich es wieder angreifen.

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