Sichtweise als Frau

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(c) TELE 5/Rachel Kasuch

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Elisabeth Moss Interview

„Auf einmal war „The Handmaid’s Tale“ nicht „nur“ ein Job, sondern mein Leben“

Hauptdarstellerin Elisabeth Moss spricht im TELE 5-Interview über den Einfluss der Serie auf ihre Person, über unhöfliche Fans und warum sie die „Königin der Tränen“ genannt wird

TELE 5 zeigt die zweite Staffel von „The Handmaid’s Tale“ als exklusive Free-TV-Premiere ab Freitag, 06. November, 22:20 Uhr

Ihre brillante Darstellung der June/Desfred in der US-Qualitätsserie „The Handmaid’s Tale“ brachte Elisabeth Moss einen Golden Globe und einen Emmy als beste Seriendarstellerin ein. Ab Freitag, 06. November, 22:20 Uhr ist die gefragte Schauspielerin in der zweiten Staffel der dystopischen Serie zu sehen, die TELE 5 als exklusive Free TV-Premiere an drei Wochenenden zeigt. Elisabeth Moss erzählt im TELE 5-Interview und in ausgewählten Video-Clips…

… warum der Zeitpunkt von „The Handmaid’s Tale“ perfekt war.
… warum sie die „Königin der Tränen“ genannt wird.
… warum das Horror-Genre ein großes Comeback feiert.

TEXTRECHTE: © TELE 5-Kommunikation, Verwertung (auch auszugsweise) honorarfrei nur bei aktuellem Programmhinweis auf „The Handmaid’s Tale“ auf TELE 5 und bei Nennung der Quelle.

Erstaunlicherweise sind Sie ein sehr quirliger und lustiger Mensch. Sicherlich würden das viele von Ihnen gar nicht erwarten?

Ich verstehe nicht, wieso die Leute sich immer vorstellen, ich wäre so ernst, zurückhaltend oder sogar grimmig.

Vielleicht hat das etwas mit Ihrer Rolle in “The Handmaid’s Tale” zu tun. Die Serie ist auf der ganzen Welt bekannt. Wie stark hat sie Ihr Leben beeinflusst?

Der Zeitpunkt von “THMT” hätte nicht besser sein können. Er fiel gleichzeitig mit einer großen politischen Verschiebung in meinem Land zusammen. Viel passierte und auf einmal waren unterschiedliche Menschen nicht mehr willkommen. Der Vergleich dazu, für mich als Staatsbürger meines Landes, nicht als Schauspielerin, sondern als Frau, war sehr interessant zu sehen. Ich habe schnell gelernt, dass meine Stimme gehört wird, vielleicht viel mehr als ich dachte, und mich das in eine Richtung schubst, das umzusetzen, woran ich glaube. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich nicht, dass die Leute sich dafür interessieren, was ich zu sagen habe, aber ich wurde schnell vom Gegenteil überzeugt.

Hat Sie das weitergebracht?

Auf jeden Fall. Ich bewundere Frauen, Schauspieler, Nicht-Schauspieler, ganz egal, die Leute, die ihre Stimme und ihre Plattform dafür nutzen, sich für Sachen einzusetzen, an die sie glauben. „The Handmaid’s Tale“ hat mich komplett verändert – als Mensch, als Feministin, als Frau. Auf einmal war es nicht „nur“ ein Job, sondern mein Leben.

Wie sehen Sie dadurch Ihre weitere Zukunft als Schauspielerin?

(Überlegt) Ich fühle mich davon angezogen, wahrheitsgemäße und subversive Geschichten zu erzählen. Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Ich könnte mir auch vorstellen, die Seiten zu wechseln und den Bösen zu spielen, den Verbrecher, den Schurken. Die sind für echte Geschichten genauso wichtig.

Können Sie mit der Aufmerksamkeit, die Sie durch “The Handmaid’s Tale” bekommen haben, umgehen?

Das lustige ist, dass viele Leute glauben, wir wären Schauspieler, weil wir Aufmerksamkeit wollen. Aber das stimmt nicht. Ganz im Gegenteil: Die meisten von uns versuchen ihr Privatleben so privat wie nur möglich zu halten. Auch wir Schauspieler sind verletzbar.

Und wie gehen Sie damit um, wenn Leute auf Sie zukommen und Sie um ein Selfie bitten?

Ich muss sagen, dass viele meiner Fans supernett und höflich sind und es mir auch nichts ausmacht, mich mit ihnen fotografieren zu lassen. Was ich aber überhaupt nicht mag, ist, wenn ich mich unterhalte und ein Fan dazwischen geht und uns total unhöflich unterbricht. Leute, seid nett und höflich zueinander, damit kommt man im Leben viel weiter als mit Unhöflichkeit.

Ich habe gelesen, dass Sie die “Königin der Tränen” sind. Angeblich können Sie jederzeit Ihren Tränen freien Lauf lassen – und zwar in Sekundenschnelle.

Ich weiß nicht, wie ich mir diese Fähigkeit angeeignet habe, aber ich kann das bereits seit 30 Jahren. Es ist eine körperliche Fähigkeit, die ich buchstäblich mit meinen Augäpfeln machen kann. Natürlich hilft es mir, wenn ich echte, leidenschaftliche Emotionen, die von Herzen kommen, damit verbinde. Ich habe Angst, zu oft darüber zu sprechen, sonst verliere ich diese Fähigkeit noch. Immerhin ist das meine Supermacht (lacht).

Glauben Sie, dass das Horror-Genre ein großes Comeback feiert?

Als ich elf oder zwölf Jahre alt war und mir zum ersten Mal Horror-Filme anschaute, Poltergeist oder der Exorzist, war ich dazu vielleicht ein bisschen zu jung (lacht). Sie waren furchteinflößend, hatten aber gleichzeitig eine so ausdrucksstarke Geschichte, die ich natürlich in diesem Alter noch nicht richtig verstand. Doch schon damals wusste ich, dass diese Filme anders waren als normale Filme, irgendwie wichtiger. Und ich glaube, Jordan Peele und Blumhouse Production haben einen großen Einfluss darauf, diese wieder zurückzubringen. Ein Horror-Film, über den du hinterher noch lange sprichst, weil er auf der Realität basiert. Intelligente Filme für intelligente Leute, genau das ist es, was wir brauchen. Aus dem Leben gegriffene Geschichten, über die wir alle diskutieren.

Welche Schauspielerinnen inspirieren Sie am meisten?

So viele! Meryl Streep, Julianne Moore, Maggie Smith, Michelle Williams… Es gibt so viele Frauen in der Film- und Serienwelt, zu denen ich aufschaue. Jedes Jahr sehen wir so viele tolle Leistungen von Frauen. Umwerfend! Das inspiriert mich und ich versuche bei jedem meiner Projekte mein absolut Bestes zu geben.

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