Helen Mirren

Von einer Königin sich in ein „bad ass“ zu verwandeln, ist das Beste.

Helen Mirren im TELE 5-Interview und am Dienstag, 10. September, 20:15 Uhr in „R.E.D.2“

Für Helen Mirren („Die Queen“) gilt allemal: Je älter, desto besser!! Seit über 50 Jahren ist die britische Schauspielerin im Geschäft, drehte mit Schauspiel-Größen wie Sir Laurence Oliver. Alfred Hitchcock war wohl total unbeeindruckt von ihr, umgekehrt sie als junge Schauspielerin aber auch von ihm. Helen Mirren kann alles: Jedes Genre vom Blockbuster bis Arthouse und jede Rolle von Kommissarin über Königin und Action-Heldin. Letzteres beweist die Oscar-Preisträgerin am Dienstag, 10. September, 20:15 Uhr in dem Actionkracher „R.E.D.2“, in dem sie neben Bruce Willis, Catherine Zeta-Jones und John Malkovich zu sehen ist.

Im TELE 5-Interview erzählt Helen Mirren …

… ob ihr Action-Rollen Spaß machen:

„Und wie. Ich liebe es einen knallharten Typen zu spielen. Doch sich von einer Königin in ein „bad ass“ zu verwandeln, ist das Beste.“

… ob es im Alter schwieriger wird, Rollen zu bekommen

„Der Moment, in dem man wahrnimmt, dass man nicht länger die jüngste Person im Zimmer ist, ist hart. Vor allem für eine erfolgreiche junge Schauspielerin. Darauf folgt natürlich die Erkenntnis, dass man die älteste Person im Zimmer ist, (lacht). Aber ich kann mich nicht beschweren. Seit meinem Karrierestart vor über 50 Jahren habe ich jedes Jahr gearbeitet.“

…warum sie nichts dagegen hat, älter zu werden:

„Ich würde am liebsten 150 Jahre alt werden. Der einzige Grund dafür ist, dass ich wissen will, wie weit sich die Technologie noch entwickeln wird. Vor allem, wie schnell. Wenn ich nur daran denke, wie schnell sich alles verändert, unfassbar. Ich bin so neugierig. Und genau das alles möchte ich noch mit meinen eigenen Augen sehen und erleben.“

Textrechte: ©TELE 5-Kommunikation, Verwertung (auch auszugsweise) honorarfrei nur bei aktuellem Programmhinweis auf TELE 5 und bei Nennung der Quelle.

Das komplette Interview lesen Sie hier:

Nach dem ersten Teil von „R.E.D.“ waren Sie auch in „R.E.D. 2“ am Start. Macht es Ihnen Spass härtere Rollen zu spielen?

Und wie. Ich liebe es einen knallharten Typen zu spielen. Doch sich von einer Königin in ein „bad ass“ zu verwandeln, ist das Beste.

Sie sind bereits seit 1966 im Filmbusiness tätig. Wie war es früher?

Das Schöne an Früher war, dass wir uns die gedrehte Szene nicht sofort anschauen konnten. Wir mussten daran glauben, dass wir die Szene richtig getroffen haben. Das Warten auf das Endresultat hatte etwas Mysteriöses. Was jedoch nicht so schön war, dass wir nicht mal mit den Hauptdarstellern am selben Tisch sitzen durften. Sir Laurence Olivier, Sir John Gielgud waren sehr, sehr, sehr furchterregende, einflussreiche und starke Männer. Ich war damals von ihnen sehr eingeschüchtert.

Wirklich?

Ich war eine ganz junge Schauspielerin und Alfred Hitchcock bereitete „Frenzy“ in London vor. Ich wurde hingeschickt, um ihn zu treffen. Er war total unbeeindruckt von mir. Ich muss jedoch zugeben, dass auch ich von ihm unbeeindruckt war. Jedoch nur aus einem einzigen Grund: Ich war zu diesem Zeitpunkt eine arrogante, unwissende junge Schauspielerin (lacht).

Heute wissen sie sicherlich einiges mehr. Oder sind sie eher eine Schauspielerin, die eine Bestätigung braucht, wenn ein Film im Kasten ist?

(überlegt) Diesen Weg zu gehen und Bestätigung zu suchen, ist ein harter, schmerzhafter Weg. Darin habe ich Erfahrung. Heute belasse ich es dabei. Wenn ein Film gedreht ist, wende ich mich davon ab. Ich lese keine Kritiken und schau mir auch nicht meine Filme an. Das ist ein viel gesünderer Weg.

Was ist, wenn Sie nachts durchs TV-Programm schalten und Sie einen Film von sich sehen.

Vielleicht stoppe ich kurz und schau mir eine Szene an. Doch in dem gleichen Moment fängt mein Kopf an zu denken: „Das hätte ich besser machen können“, (lacht) also schalte ich sofort weiter.

Waren Sie sich eigentlich immer sicher, dass Ihre Karriere durchstarten wird?

Nein, ganz im Gegenteil. Als ich 22 Jahre alt war, ließ ich mir mal aus meiner Hand lesen. Die Dame sagte mir, dass ich zwar erfolgreich sein, jedoch meinen großen Erfolg erst mit 40 Jahren feiern werde. Damals dachte ich mir nur, dass ich so lange nicht warten kann. Trotzdem gab ich nicht auf. Aber wenn ich jetzt so darüber nachdenke, hatte die Hellseherin Recht. Ich war zwar in England erfolgreich, doch meinen internationalen Erfolg feierte ich erst nach meinem 40. Lebensjahr.

Die meisten Schauspielerinnen sagen immer, dass es ab 40 schwerer wird. Bei Ihnen ist das eher das genaue Gegenteil.

Stimmt. Aber das lustige ist, wenn man 16 ist kommt einem 30 uralt vor. Wenn man 30 ist, sieht man 45 als uralt. Mit 45, denkt man 60 ist uralt und mit 60 kommt einem gar nichts mehr uralt vor (lacht).

Wird es schwieriger, Rollen zu bekommen?

Der Moment, in dem man wahrnimmt, dass man nicht länger die jüngste Person im Zimmer ist, ist hart. Vor allem für eine erfolgreiche junge Schauspielerin. Darauf folgt natürlich die Erkenntnis, dass man die älteste Person im Zimmer ist, (lacht). Aber ich kann mich nicht beschweren. Seit meinem Karrierestart vor über 50 Jahren habe ich jedes Jahr gearbeitet.

Apropos Nacktszenen.

Es ist nicht sexy eine Nacktszene zu drehen, eher unangenehm. Ich ziehe mir lieber mehr an als aus. Außerdem kommt es immer darauf an, was man als sexy bezeichnet: Manchmal ist nackt sexy oder andere Male ist man sexier mit Kleidung.

Also haben Sie im Generellen nichts dagegen älter zu werden?

Nein, ganz im Gegenteil. Ich würde am liebsten 150 Jahre alt werden. Der einzige Grund dafür ist, dass ich wissen will, wie weit sich die Technologie noch entwickeln wird. Vor allem, wie schnell. Wenn ich nur daran denke, wie schnell sich alles verändert, unfassbar. Ich bin so neugierig. Und genau, dass alles möchte ich noch mit meinen eigenen Augen sehen und erleben.

Wie weit sind Sie persönlich mit der Technologie von heute verbunden?

Ich finde das GPS ist eine tolle Erfindung. Wie haben wir uns vorher mit Landkarten abgeärgert (lacht). Oder einen Barcode: Woher die aus diesen Strichen erkennen können, dass ich eine Dose Bohne kaufen möchte. Wahnsinn. Doch mit den ganzen Sozialen Medien kann ich mich nicht auseinander setzten. Ich hatte mal genau für 24 Stunden ein Facebook Profil. Natürlich unter einem falschen Namen. Aber die Freundschaftsanfragen, die trotzdem sofort kamen, haben mich komplett überwältigt. Wieso wollen Fremde meine Freunde sein? Also war ich nach 24 Stunden wieder von diesem Profil befreit (lacht).

Sie sind seit 22 Jahren glücklich mit Ihrem Mann, Taylor Hackford, verheiratet. Was ist Ihr Geheimnis?

Ich war immer in längeren Beziehungen und dachte auch nie, dass ich einmal heiraten werde. Ich habe meine Partner immer geliebt, aber Taylor hat entschieden, dass wir für einander geschaffen sind. Anscheinend hatte er Recht (lacht). Die besten Ehen basieren auf einer tollen Partnerschaft. Wenn es diese nicht gibt, kann die Ehe nicht funktionieren – das zumindest ist meine Meinung. Ich glaube auch nicht, dass ein Mensch versuchen sollte einen anderen Menschen zu ändern. Der Trick ist es, zu lernen mit den Sachen zu leben, die man nicht gut an seinem Partner findet. Und Humor, der ist für mich auch ganz enorm wichtig. Viele Frauen werden mir da zustimmen. Wenn uns die Männer zum Lachen bringen, ist das für uns das sexieste auf der ganzen Welt.

Sie sind 74 und ihr Terminkalender für Rollen ist voll. Denken Sie manchmal darüber nach aufzuhören?

Nein, ganz im Gegenteil. Ich liebe es zu arbeiten. Ich nehme alles mit: Von künstlerischen Filmen bis hin zum Blockbuster. Solange ich noch Angebot bekomme, werde ich diese auch annehmen.

Was machen Sie dann an Drehfreien Tagen, insofern sie überhaupt noch Zeit für sich haben?

Ich liebe es, mit meinem Mann Ausflüge zu unternehmen. Vor allem, wenn wir in einem Kleinbus unterwegs sind. Ich finde allein die Idee anziehen, meinen Tee im Auto machen zu können. Wie wir alle wissen, lieben die Briten ihren Tee (grinst). Meine Teebeutel sind immer in meiner Handtasche, egal wo ich hingehe oder reise.

Vermissen Sie England?

Ja sehr (überlegt), obwohl ich viel Zeit in England verbringe. Manchmal sogar monatelang. Aber das lustige ist, wenn ich zu lange in Los Angeles bin, dass vermisse ich den Regen und den grauen Himmel – das typische Londoner Gefühl. Ich liebe mein Land und sehe London als mein Zuhause an.

Sie lebten auch schon in Frankreich

Oh ja. Damals als ich noch ein Teenager war, liebte ich alles was französisch ist. Ich fand die Leute so cool und chic. Ich selbst wollte unbedingt französisch sein. Ich verliebte mich in einen französischen Jungen. Ich war 14 Jahre alt. Sein Name war Jean-Louis. Das war das Beste, was ich an französisch sein erreichen konnte (lacht). Jetzt verbringen mein Mann und ich viel Zeit in Italien und ich lerne italienisch (grinst)…

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