James Franco im TELE 5-Interview über Überlebenswillen, Konkurrenz in Hollywood und Zahnspangen

Vielseitig talentiert als Regisseur, Drehbuchautor, Filmproduzent, Model und Künstler: James Franco ist ein Alleskönner.
Für seine Rolle als Bergsteiger und Kletterer wurde James Franco für den Oscar nominiert. Regisseur Danny Boyle („Trainspotting“, „Slumdog Millionär“) verfilmte 2010 die unglaubliche Geschichte Ralstons.
Seit der Film 2010 in den Kinos lief, sind mehr als zwei Dutzend Kletterer in dem Canyon verunglückt. Alle Fans des Films. Dagegen lag die Zahl der Unfälle dort zwischen 1998 und Ralstons Unfall 2003 bei Null…

James Franco erzählt im TELE 5-Interview …

… über seine Gefühle, als er Aron Ralstons Videoaufzeichnungen von dessen 5tägigen Martyrium als einer der Wenigen sehen durfte:
„Es war ein überwältigendes Gefühl, den Mann auf den Tapes zu sehen, der sich damit abgefunden hat, zu sterben. Seine Gefühle waren vollkommen kontrolliert und er suchte kein Mitleid. Er sah den Tod mit Würde und Stärke entgegen. Das Gefühl dieser Todesnachrichten eines jungen Mannes zu sehen, hat mich emotional mitgenommen.“

… ob er selbst ein begeisterter Bergsteiger ist:
„Um Gottes willen, nein. Eher das komplette Gegenteil. Ich bin noch nie Felsen oder Berge geklettert. Ich wuchs in Palo Alto, Kalifornien auf. Mein Vater liebte die Natur und hat meinen Bruder und mich oft zum Wandern im „Yosemite National Park“ mitgenommen. Damit hat sich meine Naturkunde aber auch schon erledigt (lacht). Ich bin eher ein Stadt Mensch, New York gefällt mir da gleich tausend Mal besser.“

…über den Konkurrenzkampf in Hollywood:
„Am Anfang meiner Karriere hatte ich in meinem Hinterkopf immer den Gedanken, dass ich mit gleichaltrigen konkurrieren muss. Oder ich konnte nicht glauben, dass einer von ihnen wie zum Beispiel Ryan Gosling eine Rolle bekam, aber nicht ich.“

…warum ihm seine Zahnspange half, Schauspieler zu werden:
„…damals hatte ich Hasenzähne und brauchte eine Zahnspange, die ich nicht wollte. Meine Mutter erklärte mir, dass ich die Spange brauche um Schauspieler zu werden. Also trug ich die Spange und jetzt bin ich hier (lacht).“

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James Franco Filme

In 127 Stunden schlüpfen Sie in die Rolle von Aron Ralston, der bei einer Wandertour in Utah in eine Felsspalte stürzt. Seine Versuche sich zu befreien scheiterten. Nach fünf Tagen, traf er die Entscheidung seinen eigenen Arm zu amputieren. Was ging Ihnen durch Ihren Kopf als sie Aron zum ersten Mal gegenüber saßen?


Wir trafen uns im Four Seasons Hotel in Los Angeles. Aron, der Regisseur und ich. Er zeigte uns die Video-Tapes, die er während seines Unfalls aufnahm. Darauf zu sehen waren Nachrichten, die an seine Familie und seine engsten Freunde gerichtet waren.

Wie fühlten Sie sich dabei diese Filme anzuschauen?
Es war ein überwältigendes Gefühl, den Mann auf den Tapes zu sehen, der sich damit abgefunden hat, zu sterben. Seine Gefühle waren vollkommen kontrolliert und er suchte kein Mitleid. Er sah den Tod mit Würde und Stärke entgegen. Das Gefühl dieser Todesnachrichten eines jungen Mannes zu sehen, hat mich emotional mitgenommen. Doch gleichzeitig fühle ich mich geehrt, dass Aron Ralston mir vertraute ihn zu verkörpern und mit mir seine privatesten Momente teilte.

Mussten Sie jemals ihre eigenen Überlebungsfähigkeiten auf die Probe stellen?
Ich fühlte mich verloren, als ich in Paris war und kein Taxi bekam. Es war genau zu einer Uhrzeit, wo die Taxis Schichtwechsel hatten und weit und breit keines zu bekommen war. Aber natürlich ist das nicht mit dieser Geschichte zu vergleichen.

Was haben Sie von der Geschichte von Aron Ralston persönlich gelernt?
Ich habe gelernt, immer meinen Mitmenschen zu sagen, wo ich hingehe. Aber am meisten habe ich daraus gelernt, mein Leben und die Leute die ich um mich habe, zu schätzen.

Und sicherlich nicht alles als Selbstverständlich zu bezeichnen
Genau. Wir glauben, dass wir jeden Tag aufs Neue erwachen und denken nicht daran, dass es auf einmal unser Leben enden kann. Ohne Vorwarnung. Die Freunde, die Familie, die Restaurants zu denen wir gehen, oder einfach nur die normalen Dinge die wir tagein, tagaus machen. Keiner denkt daran, dass auf einmal alles vorbei sein kann, wir alleine sind und den Tod ins Auge schauen.

Sind Sie selbst ein begeisterter Bergsteiger?
Um Gottes willen, nein. Eher das komplette Gegenteil. Ich bin noch nie Felsen oder Berge geklettert. Ich wuchs in Palo Alto, Kalifornien auf. Mein Vater liebte die Natur und hat meinen Bruder und mich oft zum Wandern im „Yosemite National Park“ mitgenommen. Damit hat sich meine Naturkunde aber auch schon erledigt (lacht). Ich bin eher ein Stadt Mensch, New York gefällt mir da gleich tausend Mal besser.

Apropos Ihr Bruder. Dave Franco ist sieben Jahre jünger als Sie. Wie fühlte sich das für Sie an, dass er in ihre Fußstapfen trat und damit quasi ihre eigene Konkurrenz wurde?
Ich freue mich für ihn, dass er auch in dieser Industrie tätig ist.

Sind Sie nicht ein bisschen eifersüchtig?
Nein, natürlich nicht. Er ist mein Bruder. Ich finde es toll, dass er auch eine Karriere in dieser Industrie hat. Am Anfang meiner Karriere hatte ich in meinem Hinterkopf immer den Gedanken, dass ich mit gleichaltrigen konkurrieren muss. Oder ich konnte nicht glauben, dass einer von ihnen wie zum Beispiel Ryan Gosling eine Rolle bekam, aber nicht ich (lacht). Ich glaube das ist am Anfang in dieser Industrie immer, dass jeder ein bisschen konkurrenzbetont ist. Doch man gewöhnt sich schnell an das Schauspielleben und freut sich dann auch für die Kollegen, wenn sie eine Rolle angeboten bekommen, die auch an dich hätte gehen können.

Also macht Ihnen das nichts mehr aus, wenn andere Kollegen vor Ihnen eine Rolle bekommen?
Nein, ganz und gar nicht. Wenn ein Regisseur meine Arbeit gut findet und mit mir zusammen arbeiten will, dann freue ich mich und wenn nicht, dann eben nicht.

Aber Sie setzten Sich nicht zur Ruhe?
Nein, so habe ich das nicht gemeint. Wenn der Regisseur sich für jemand anderen entscheidet, dann war die Rolle eh nicht für mich geeignet. Als Schauspieler einen Job zu ergattern, definiere ich nicht mehr als mein kreatives Leben (lacht). Die Schauspielerei ist immer noch ein wichtiger Teil meines Lebens, aber es ist nicht mein ein und alles. Ich liebe es auch die Regie zu führen.

Wollten Sie eigentlich schon immer Schauspieler werden?
Ja, schon seitdem ich ein Kind war. Nur damals hatte ich Hasenzähne und brauchte eine Zahnspange, die ich nicht wollte. Meine Mutter erklärte mir, dass ich die Spange brauche um Schauspieler zu werden. Also trug ich die Spange und jetzt bin ich hier (lacht).

Sie waren also schon immer künstlerisch veranlagt?
In der Schule nahm ich Kunstunterricht. Dort habe ich meine Liebe zum Malen entdeckt. Wenn ich so genau darüber nachdenke, male ich schon länger als Schauspieler zu sein. Ein Film ist eine Kollaboration von verschiedenen Menschen, als Maler ist man alleine mit seinen Gedanken und Talent. Das mag ich.

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