(C) Universal Studios
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Making Of: Willkommen in Marwen

Robert Zemeckis ist durch legendäre Filme wie „Zurück in die Zukunft“ und „Forrest Gump“ Millionen von Kinofans ein Begriff. Mit „Willkommen in Marwen“ inszeniert er das reale Schicksal des Fotografen Mark Hogencamp, der in seinem Garten ein kleines Dorf aufbaut und darin Puppen zum Leben erweckt. Was nach einer verspielten Komödie klingt, ist in Wahrheit ein Film über die Verarbeitung von Schmerz und den Umgang mit Erinnerungen.

Der aufstrebende Künstler Mark Hogencamp wird eines Nachts von mehreren Männern beinahe zu Tode geprügelt. Nachdem er aus dem Koma erwacht, sind die Erinnerungen an sein bisheriges Leben fast komplett ausgelöscht. Um mit seinem Gedächtnisverlust und dem Trauma nach dem brutalen Angriff umgehen zu können, baut er in seinem Garten das belgische Miniaturdorf Marwen auf. Darin leben Puppen, die in Hogencamps Fantasie zur Zeit des Zweiten Weltkriegs leben. Er stellt sich vor, dass sie tatsächlich existieren, und fotografiert sie, als wären sie kleine Menschen. In der Realität ist er jedoch dazu gezwungen, sich mit seinen Angreifern zu befassen, da diese vor Gericht stehen. Von seiner Aussage ist abhängig, ob die Gewalttäter bestraft werden.

Regie: Robert Zemeckis
Drehbuch: Caroline Thompson, Robert Zemeckis
Kinostart: 28/03/2019
Budget: 39-50 Mio. USD

Besetzung von Willkommen in Marwen:

Rolle:

Mark Hogancamp
Deja Thoris
Nicol
GI Julie

Darsteller:

Steve Carell
Diane Kruger
Leslie Mann
Janelle Monáe

Hintergrund des Films

Der Film basiert auf der Geschichte des Künstlers Mark Hogencamp, der im April 2000 in New York von einer Gruppe Männern vor einer Bar verprügelt wurde. Anschließend lag er im Koma, und als er daraus erwachte, konnte er sich kaum mehr an sein früheres Leben erinnern. Um sein Schicksal zu verarbeiten, baute er das Dorf Marwencol. Im Jahr 2010 brachte der Regisseur Jeff Malmberg den Dokumentarfilm „Marwencol“ heraus, der das Leben von Hogencamp aufarbeitet. Dieser diente Robert Zemeckis als Inspiration, einen Spielfilm aus dem Stoff zu machen. Zusammen mit Caroline Thompson schrieb er das Drehbuch. Im April 2017 wurde bekannt, dass Steve Carell in der noch unbetitelten Produktion die Hauptrolle spielen würde. Zwischen Mai und August 2017 wurden die weiteren Rollen vergeben. Mit den Dreharbeiten wurde schließlich im August 2017 in Vancouver begonnen, abgeschlossen wurden sie im Oktober. Erst im Juni 2018 erhielt der Film seinen letztlichen Titel „Welcome to Marwen“.

Spannende Filmdetails

– Die Puppen, die in Marwen leben, haben eine Entsprechung in der realen Umwelt von Mark Hogencamp. Neben ihm selbst sind dies seine Freunde und die Männer, die ihn fast zu Tode geprügelt haben.
– Marwen, der Name des Miniaturdorfes, ist eine Kombination aus den Namen Mark und Wendy – der Bardame, die Hogencamp nach der Prügelattacke auf der Straße gefunden hat. Später nennt Hogencamp das Dorf Marwencol, wodurch er auch den Namen seiner Nachbarin Nicol einfügt. Die Nachbarin des realen Mark Hogencamp hieß übrigens Colleen.
– Die Sozialarbeiterin Julie, die Hogencamp in der Reha kennenlernt, wird von Janelle Monáe gespielt. Diese wurde als Sängerin bekannt und war unter anderem schon für acht Grammys nominiert. Seit 2014 wirkt sie aber auch zeitweise in Filmproduktionen mit. So war sie 2016 sowohl im Oscar-prämierten Film „Moonlight“ als auch in „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ zu sehen.
– Leslie Zemeckis, die Ehefrau vom Regisseur Robert Zemeckis, spielt ebenfalls in „Willkommen in Marwen“ mit. Sie ist als Darstellerin in einem Porno zu sehen, den sich Hogencamp auf VHS anschaut. Zugleich ist sie in Marwen die Vorlage für die Puppe Suzette. Leslie Zemeckis hat unter der Regie ihres Mannes bereits in „Der Polarexpress“ von 2004 und „Disneys Eine Weihnachtsgeschichte“ von 2009 mitgewirkt.

Details zur Filmproduktion

– Die Puppen wurden zum Leben erweckt, indem die Bewegungen der Schauspieler via Motion Capturing eingefangen wurden.
– Bevor der Film seinen Originaltitel „Welcome to Marwen“ erhielt, hieß er „The Women of Marwen“.
– „Willkommen in Marwen“ ist der siebte Film der Universal Studios, in dem sowohl animierte als auch Szenen mit echten Schauspielern vorkommen. Den Anfang machte „Casper“ von 1995, zuletzt wurde diese Kombination in den Filmen „Ted“ (2012) und „Ted 2“ (2015) genutzt.
– Der Soundtrack von „Willkommen in Marwen“ wurde von Alan Silvestri komponiert. Es ist bereits der zehnte Film von Robert Zemeckis, den Silvestri mit Musik versehen hat. Die Zusammenarbeit von Regisseur und Komponist begann bei der Arbeit an „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ und umfasst weiterhin Filme wie die „Zurück in die Zukunft“-Trilogie, „Forrest Gump“ und „Der Polarexpress“.
– Wegen seiner visuellen Effekte kam „Willkommen in Marwen“ für eine Oscar-Nominierung infrage, schaffte es letztlich jedoch nicht auf die Liste. Immerhin wurde der Film für drei Visual Effects Society Awards nominiert. Er gewann jedoch keinen der Preise.
– Mit verhältnismäßig geringen Einnahmen von 2,4 Millionen Dollar an seinem ersten Wochenende ist „Willkommen in Marwen“ der am schlechtesten gestartete Film in der Karriere von Robert Zemeckis. Im Kino spielte der Streifen weltweit lediglich rund 12,6 Millionen Dollar ein, was ihn bei einem Budget von rund 40 Millionen Dollar zu einem Verlustgeschäft für Universal macht.

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