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Skandal mit Oskar Roehler: 12 Uhr nachts - Midnight Express

Tausende Meilen von Zuhause entfernt wird der naive Tourist und US-Student Billy beim Drogenschmuggel erwischt. Doch anstatt der normalerweise veranschlagten vier Jahre bekommt er eine Gefängnisstrafe von 30 Jahren aufgebrummt. Der Knast in der Türkei bedeutet Dreck, Gewalt, Mord... Die Hölle für den jungen Mann.

12 Uhr nachts – Midnight Express

Biopic/Krimi/Drama, USA/Großbritannien 1978

Tausende Meilen von Zuhause entfernt wird der naive Tourist und US-Student Billy beim Drogenschmuggel erwischt. Doch anstatt der normalerweise veranschlagten vier Jahre bekommt er eine Gefängnisstrafe von 30 Jahren aufgebrummt. Der Knast in der Türkei bedeutet Dreck, Gewalt, Mord... Die Hölle für den jungen Mann.

Nichts für Zartbesaitete.

 

Regie: Alan Parker

Drehbuch: Oliver Stone

 

 

Rolle:

Darsteller:

Billy Hayes

Brad Davis

Susan

Irene Miracle

Tex

Bo Hopkins

Rıfkı

Paolo Bonacelli

Hamidou

Paul L. Smith

Jimmy Booth

Randy Quaid

 

Auszeichnungen (Auswahl):

Oscar, 1979, Bestes Drehbuch, Oliver Stone, gewonnen;

Oscar, 1979, Bester Soundtrack, Giorgio Moroder, gewonnen;

Oscar 1979, Bester Spielfilm, nominiert;

Golden Globe, 1979; Bester Spielfilm – Drama, gewonnen;

BAFTA Film Award, 1979, Beste Regie, Alan Parker, gewonnen;

Kritik:

„Frei nach den Berichten des echten William Hayes, der Anfang der 70er tatsächlich einen osmanischen Kerker bewohnte, gestaltete der britische Filmemacher Alan Parker (‚Angel Heart‘) mit dem Drehbuchautor und späteren Kontroversenkönig Oliver Stone (‚Platoon‘) diese bewegende Studie über die Entfaltung zwischenmenschlicher Brutalität unter Extrembedingungen. Die türkische Regierung war von der durchaus realistischen Darstellung ihres Vollzugswesens so unbegeistert, daß man noch in den späten 80ern weltweit schriftlichen Protest gegen TV-Austrahlungen einlegte.“ (kino.de)

„Es ist ein unangenehmer Film, vor allem wohl deshalb, weil man tatenlos mit ansehen muss, wie die Charaktere – mal mehr, mal weniger durch eigene Schuld – schwere Rückschläge erleben, die sie weit zurückwerfen. Dabei verfängt sich ‚Midnight Express‘ nicht in den üblichen Gefängnisfilm-Klischees... [...] Die Schwächen des Buchs können dabei teilweise erstaunlich gut von den hervorragenden Leistungen aller Darsteller kaschiert werden – vor allem Brad Davis und John Hurt brillieren in ihren Darstellungen. Der rassistische Aspekt macht es schwer, den Film zu bewerten, einige Zuschauer gingen sogar so weit, ‚Midnight Express‘ mit dem Nazi-Propagandawerk ‚Jud Süss‘ zu vergleichen. Soweit würde ich zwar nicht gehen, doch es bleibt ein bitterer Nachgeschmack.“ (film-rezensionen.de)

Hintergrund:

Dem Film zugrunde liegt die Geschichte des US-amerikanischen College-Studenten Bill Hayes, der 1970 tatsächlich beim Versuch, Drogen aus der Türkei in die USA zu schmuggeln, festgenommen wurde. Ein Jahr vor Erscheinen des Films veröffentlichte Bill Hayes sein Buch, in dem er von seinem Fall berichtet.  Eine etwas andere Story, als der Film erzählt: Fast alle Bösewichte und viele dramatischen Wendungen im Drehbuch sind frei erfunden. Die türkische Regierung verwahrte sich nach Erscheinen des Films öffentlich gegen das dargestellte Bild ihres Landes. Bill Hayes kritisierte, dass die Türken wie Monster wirkten und drückte 2007 bei einem Besuch des Landes sein Bedauern über dieses Bild der einseitigen Missinterpretation und negativen Übertreibung aus. Auch Oliver Stone entschuldigte sich 2004 für die Darstellung der Türkei, der türkischen Gefängnisse und der türkischen Bevölkerung. In Deutschland, wo viele türkische Migranten leben, geriet „Midnight Express“ an den Kinokassen zu einem finanziellen Desaster. In den Niederlanden wurde ein Kino, in dem der Streifen gezeigt wurde, angezündet. Der Film wurde in Sechs-Tage-Wochen und in 35 Tagen gedreht. Ein geplantes Sequel wurde nie umgesetzt.