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Skandal mit Oskar Roehler: Das Wiegenlied vom Totschlag



Das Wiegenlied vom Totschlag

Western, USA 1970

Nach einem Überfall sind Cresta und Honus die einzigen Überlebenden. Sie, die Indianer-Sympathisantin, und er, der Rothaut-Gegner, schlagen sich gemeinsam bis zu einem Armeestützpunkt durch. Dort bereiten die Blauröcke schon einen Gegenschlag gegen die Cheyenne vor. Es wird ein sinn- wie beispielloses Massaker...

Tolles Paar: Candice Bergen & Peter Strauss im brutalen Anti-Kriegs-Western.

Darum ein Skandalfilm:

Das „Wiegenlied vom Totschlag“ galt lange Zeit als der härteste Western der Filmgeschichte. Aber so richtig kann er nicht mit traditionellen Westernfilmen seiner Zeit verglichen werden. Denn damals wurde vor allem das minutenlange Massaker eher als interpretationswürdige Metapher gewertet– einerseits für das verheerende Vorgehen amerikanischer Soldaten im Vietnamkrieg, andererseits als Abrechnung mit dem Völkermord der Indianer.

 

Regie: Ralph Nelson

Drehbuch: John Gay

 

 

Rolle:

Darsteller:

Isaac Q. Cumber

Donald Pleasence

Kathy Maribel Lee

Candice Bergen

Honus Gent

Peter Strauss

Colonel Iverson

John Anderson

Häuptling Gefleckter Wolf

Jorge Rivero

Captain Battles

Dana Elcar

 

Kritik:

„Oft wird DAS WIEGENLIED VOM TOTSCHLAG auf seine für ihr Entstehungsjahr durchaus grausamen Szenen reduziert, welche ihm den Ruf als ‚härtester Western aller Zeiten‘ eingebracht haben. Dabei ist Ralph Nelsons Werk in seinem Aufschrei gegen von amerikanischen Soldaten verübten Massenmorde wie die historisch verbrieften vom Sand Creek, 1864, oder jene von My Lai (Vietnam, 1968) viel mehr Mahnmal denn Exploitation. Und erzählt nebenbei eine süße Liebesgeschichte. Die allerdings ebenso drastisch endet wie dieser Film auch mit dem romantisch verklärten Bild von der Besiedlung Amerikas durch den weißen Mann, aufräumt, welches der klassische amerikanische Western so lange und selbstbetrügerisch zu zeichnen nicht müde geworden ist...“ (filmtipps.at)

„Äußerst brutaler Western mit klarer politischer Aussage.“ (kino.de)

Das dachte damals die Presse:
“(…) das wahrhaft entsetzliche Inferno, in das das zweistündige Epos mit 70mm und Stereoton einmündet, ist nach all dem, was vorangegangen war, nichts anderes als eine (sei es unfreiwillige) Bestätigung der Lust an der Gewalt.”
Ulrich Greiner –FAZ

 

Hintergrund: Dieser Film war der drittgrößte Kassenschlager in Großbritannien 1970 nach den „Aristocats“ und dem Spin-off der bekannten britischen TV-Show „On the Busses“. Die Titelsong des Films von Buffy Saint Marie wurde ein Top-Ten-Hit. In den USA war er allerdings kein großer Erfolg. Um das grausame Sand Creek Massaker, das vor allem an Frauen und Kindern der Cheyenne Indianer verübt wurde, möglichst getreu nachzubilden, nahm Regisseur Ralph Nelson die Hilfe von verstümmelten Waisen an: In einer der blutigsten Szenen des Films wurden ihnen die extra dafür angepassten Prothesen, so als wären sie echte Gliedmaßen, vor laufenden Kameras „abgehackt“. Nur ein einziges Mal wurde die Uncut-Version von 135 Minuten einem Test-Publikum gezeigt. Als es danach fast zu Tumulten kam, war klar, dass der Film massiv gekürzt werden musste: die schlimmsten Gewaltszenen wurden daraufhin herausgeschnitten.

 

Starinfo Donald Pleasence: Nicht weniger als eine Kultfigur des Horrorgenres: Der 1919 geborene Donald Pleasence war gerne der Bösewicht – aber er ließ sich nicht auf die Rolle festlegen. Kritiker nannten ihn „den Mann mit den hypnotischen Augen" oder „den Unheimlichen mit dem sanften Gemüt". Seine schönsten Auftritte hatte der Brite immer wieder unter dem Regisseur John Carpenter, zum Beispiel in „Halloween – Die Nacht des Grauens (1978) und „Die Klapperschlange“ (1981). Pleasence starb 1995, während der Dreharbeiten zu seinem vorletzten Film „Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers“. Er hat in mehr als 100 Filmen mitgewirkt.

 

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