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SKANDAL - Vorklappe mit Oskar Roehler: Idioten



Idioten

Komödie/Drama/Erotik, Dänemark 1998

Ein Trupp junger Leute lässt in einem abgelegenen Haus abwechselnd die Sau beziehungsweise die Idioten aus sich heraus. Experimentierfreudig und  provozierend idiotisch konfrontieren sie als „Behinderte“ auf Ausflügen auch die Öffentlichkeit mit ihrem Treiben. Doch Stoffer ist das nicht genug. Er fordert noch weit mehr.

Provokant, lustig und hinterfragend wirft der Film uns auf uns selbst zurück.

Darum ein Skandalfilm:

„Idioten“ ist der zweiter Dogma- Film aus der Schmiede des „Enfantterrible“ der Filmindustrie Lars von Trier.
Und der Plot steht ganz im Lichte seiner Lesart: Eine junge Frau wird Mitglied einer dogmatischen Kommune, die sich zum Kredomachten verrückt zu werden und sich so gegen die gesellschaftlich Eintönigkeit aufzulehnen. Auch Idioten wirkt mit einer kontroversen Kombination aus expliziten sexuellen Darstellungen und dem provozierenden „Irrsein“ in einen Skandal hinein.

 

Regie: Lars von Trier

Drehbuch: Lars von Trier

 

 

 

 

Rolle:

Darsteller:

 

Jeppe

Nikolaj Lie Kaas

 

Susanne

Anne Louise Hassing

 

Karen

Bodil Jørgensen

 

Henrik

Troels Lyby

 

Stoffer

Jens Albinus

 

Ped

Henrik Prip

 

 

Auszeichnungen (Auswahl):

Nominierung für die Goldene Palme auf dem Filmfest in Cannes 1998;

Nominierung für den Europäischen Filmarward 1998 in der Kategorie Europäischer Drehbuchautor (Lars von Trier);

4 Bodil Awards 1999 und eine Nominierung;

Robert Award 1999 in der Kategorie Beste Schauspielerin (Bodil Jørgensen);

 

Kritik:

„‘Idioten‘ sei ein Film von Idioten über Idioten für Idioten, hat sein Macher gesagt. Er hat recht. Und das bleibt die einzige eindeutige Aussage, die man zu Idioten treffen kann. Denn ‚idio‘ steht für: eigentümlich und besonders. Dies ist ein besonders eigentümlicher Film. Er ist eine irrwitzige, verheerende Erfahrung. Er zeigt, wie sich heller Wahnsinn anfühlt. Und was er anrichtet.“ (Der Spiegel)


„Aufruf zum Kontrollverlust. Eine Gruppe junger Aussteiger macht auf verrückt: Dogma-Filmer Lars von Trier zeigt Idiotie als Befreiung.“ (cinema.de)

Das dachte damals die Presse:

„Leider hat Idioten– in verschmiertem Digital- Video aus der Handgedreht–nichts Anderes vor, als das Publikum sich vor Unbehagen drehen und winden zu lassen. Eine Leistung, die es als mutige politische Errungenschaft hoch hält.“
A.O.Scott–NewYorkTimes

 

Hintergrund: Die Filmregisseure Lars von Trier und Thomas Vinterberg und andere unterzeichneten 1995 das Manifest „Dogma 95“. 10 Regeln, wie ein Film zu produzieren sei, enthielt dieses „Keuschheitsgelübde“, das gegen die zunehmende Effekthascherei und Wirklichkeitsferne der Filmindustrie gerichtet war. Es legte den Filmschaffenden Beschränkungen auf, wie nur mit Handkameras und an Originalschauplätzen zu drehen und dabei ohne zusätzliche Requisiten, Filter, künstliches Licht oder Spezialeffekte zu arbeiten. Der erste Dogma-Film hieß „Das Fest“ von Thomas Vinterberg. „Idioten“ von Lars von Trier, der neben „Breaking the Waves“ und „Dancer in the Dark“ zu seiner Triologie „Heart of Gold“ gehört, wurde innerhalb von vier Tagen gedreht. 2013 veröffentlichte das Dortmunder Schauspielhaus ein neues Manifest: das Dogma 20_13, in dem das Dogma 95 als „Aufbruch in eine Sachgasse“ bezeichnet wurde.

 

Starinfo Nikolaj Lie Kaas: Er ist offenbar keiner, der gern tiefer geht: „Oberflächlichkeit bedeutet mir viel, ich ziehe meinen Antrieb daraus.“ Das sagte der Däne Nikolaj Lie Kaas 2001 in einem Interview, ein Schauspieler, der überwiegend in Dramen auftritt und bereits viele Rollen mit großer Tiefe und prägendem Ausdruck spielte. Vielleicht ist das seine Art mit einem schweren Verlust umzugehen: Sein Vater, der Schauspieler und Komödiant Preben Kaas, tötete sich selbst, da war Kaas 12 Jahre alt, seine Mutter, auch Schauspielerin, folgte ihm drei Jahre später ebenfalls freiwillig in den Tod. Der 1973 geborene Kaas wirkte bisher in über 40 Filmen mit. Immer wieder steht er auch auf der Bühne. 12mal war er schon für seine Leistungen für den renommierten dänischen Filmpreis Robert nominiert, 5mal bekam er ihn; sechs Nominierungen erhielt er für den ebenso wichtigen Bodil, 4mal erhielt er ihn.

 

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