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Metropolis

SciFi/Drama, Deutschland 1927

Oben in den schönen Häusern und Gärten leben die Privilegierten der Megastadt der Zukunft: Metropolis. Unter ihnen auch Freder, der Sohn des Stadtgründers und Fabrikinhabers Joh Fredersen. Unter der Erde schuften die Werktätigen, in Dreck und Dunkelheit. Eines Tages macht Freder sich auf den Weg in die Unterwelt. Das ändert alles.

Liebe und Rebellion triumphieren über Geld, Macht und Technik.

 

Regie: Fritz Lang

Drehbuch: Thea von Harbou

 

 

Rolle:

Darsteller:

Maria/Maschinenmensch

Brigitte Helm

Freder Fredersen

Gustav Fröhlich

Joh Fredersen

Alfred Abel

Grot

Heinrich George

C. A. Rotwang

Rudolph Klein-Rogge

Der Schmale

Fritz Rasp

 

Auszeichnungen (Auswahl):

Saturn Award 2011 in der Kategorie Beste DVD Classic Film Veröffentlichung und 2 Nominierungen in den Kategorien Bester Internationaler Film und Beste Musik;

Special Award 2002 bei den New York Film Critics Circle Awards für die Restauration;

 

Kritik:

„Ein Muss für den Filmfan: ein überwältigender Science-Fiction-Blockbuster aus den 20er Jahren zeigt sich in restaurierter und rekonstruierter Fassung in bester und modernster Form.“ (cinefacts.de)

„Fritz Langs Stummfilmklassiker ist ein Meisterwerk der Filmästhetik und Meilenstein in der Geschichte des Science-Fiction-Films, der zugleich als Interpretation des Gesellschaftsbildes in der Weimarer Republik lesbar war. Mit außerordentlich großem Budget inszenierte Fritz Lang seine monströse Vision einer unmenschlichen, von Maschinen beherrschten Welt: Eine bemerkenswerte Tricktechnik, Komparsenmengen und überaus phantasievoll gestaltete, ausufernde Bauten verdichtet Lang zu einer bedrohlichen und revolutionären Optik.“ (kino.de)

„Fritz Lang verbindet in seinem monumentalen Stummfilmepos mythisch-romantische Motive des deutschen Expressionismus mit technischer Utopie und politischer Spekulation. Filmästhetisch ein virtuos durchkomponiertes Licht- und Schattenspiel, das durch suggestiven Montagerhythmus und architektonische Phantasie fesselt; filmgeschichtlich ein früher Klassiker des Science-Fiction-Kinos; zeitgeschichtlich ein aufschlussreicher Kommentar zur Sozialpsychologie der Massengesellschaft der Weimarer Republik – auch wenn am Ende die gesellschaftlichen Widersprüche mit reaktionärem Pathos zugedeckt werden.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

Hintergrund: Der heute als Meilenstein der Filmgeschichte angesehene Science-Fiction-Film von Fritz Lang fand bei Zeitgenossen keinen Anklang. So schrieb der Simplicissimus: „Nimm zehn Tonnen Grausen, gieße ein Zehntel Sentimentalität darüber, koche es mit sozialem Empfinden auf und würze es mit Mystik nach Bedarf, verrühre das Ganze mit Mark (sieben Millionen) und du erhältst einen prima Kolossalfilm.“ Oder der bekannte Science-Fiction-Autor H. G. Wells in der New York Times: „Ich habe letztens den albernsten Film überhaupt gesehen. Ich glaube nicht, dass es möglich ist, einen noch alberneren zu machen […]. Er heißt ‚Metropolis‘, stammt aus den großartigen Ufa-Studios in Deutschland, und man muss erwähnen, dass er enorme Produktionskosten verschlungen hat. Er präsentiert eine turbulente Konzentration aus fast jeder denkbaren Blödsinnigkeit, Klischee, Plattitüde und Chaos über den mechanischen Fortschritt und den Fortschritt im Allgemeinen, serviert mit einer Sauce von Sentimentalität […].“ Von der UFA als “eine Menschheitssinfonie von brausender Melodik und ehernem Rythmus” angekündigt, geriet der ursprünglich mit einem Budget von 1,6 Millionen Mark geplante, am Ende jedoch 6 Millionen teure Streifen zum finanziellen Fiasko.

 

Starinfo Brigitte Helm: Ihr erster Film war der Filmklassiker „Metropolis“ (1927) – zu seiner Zeit mit reichlich Häme und schlechter Kritik überschüttet, ist der deutsche Stummfilm von Fritz Lang heute ein Denkmal der Filmgeschichte. Nachdem Brigitte Helm sich schon mit 16 Jahren persönlich in einem Brief an den Regisseur gewandt hatte, mit dem tiefen Wunsch Filmschauspielerin zu werden, bekam sie endlich mit 21 und trotz anfänglicher Bedenken Langs die Hauptrolle in seinem legendären Film. Es war ihr Durchbruch. Bis 1935 war sie in 30 Produktionen zu sehen, meist in Hauptrollen, der Sprung vom Stumm- zum Tonfilm gelang ihr reibungslos. Ihre Karriere endete abrupt. Ihr letzter Auftritt war in „Ein idealer Gatte“ (1935). Denn im Gegensatz zu vielen anderen – wie z. B. Götz Georges Vater Heinrich George (mit dem sie in „Metropolis“ spielte) – gab sie ihre Schauspielkarriere unter dem NS-Regime auf. 1968 erhielt sie für ihr Wirken das Filmband in Gold. Helm war zweimal verheiratet. Zuletzt von 1935 bis zu seinem Tod 1986 mit Hugo Eduard Kunheim, mit dem sie vier Kinder hatte. Brigitte Heim starb 1996 im schweizerischen Ascona (Tessin), wo sie auch begraben wurde.