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Skandal mit Oskar Roehler: Salon Kitty

Ein Freudenhaus als Abhörzentrale! NS-Offizier Helmut Wallenberg packt die Aufgabe gleich an: Er stattet Kittys Berliner Luxus-Puff mit Wanzen aus und ersetzt Freudenmädchen durch linientreue BDM-Mädels. Das Ziel: die hochkarätige Kundschaft auszuhorchen. Als der Geliebte der Hure Margherita auffliegt, begehren sie und Kitty auf.

Salon Kitty

Drama/Erotik/NS-Film, Deutschland/Italien/Frankreich 1976

Ein Freudenhaus als Abhörzentrale! NS-Offizier Helmut Wallenberg packt die Aufgabe gleich an: Er stattet Kittys Berliner Luxus-Puff mit Wanzen aus und ersetzt Freudenmädchen durch linientreue BDM-Mädels. Das Ziel: die hochkarätige Kundschaft auszuhorchen. Als der Geliebte der Hure Margherita auffliegt, begehren sie und Kitty auf.

Umstrittene Naziploitation mit Helmut Berger und Ingrid Thulin.

 

Regie: Tinto Brass

Drehbuch: Tinto Brass, Ennio De Concini, Maria Pia Fusco

 

 

Rolle:

Darsteller:

Helmut Wallenberg

Helmut Berger

Kitty Kellermann

Ingrid Thulin

Margherita

Theresa Ann Savoy

Blonder

John Steiner

Hauptmann Hans Reiter

Bekim Fehmiu

Dino

Stefano Satta Flores

 

Auszeichnungen (Auswahl):

AVN Award, 1985, Bester Softcore Release, nominiert;

, 1976, Bestes Szenenbild, nominiert;

, 1976, Bestes Kostümbild, nominiert;

Kritik: „Ein spekulativer Film ohne zeitkritischen Wert, der lediglich auf den Reiz von Sex und Nazi-Nostalgie baut.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Seinerzeit kontrovers diskutierter Film, in dem Tinto Brass in opulenter Ausstattung und mit erstklassiger Besetzung ein Nazi-Bordell präsentiert. [...] Dank erstklassiger Darsteller wie Helmut Berger und Ingrid Thulin sowie der opulenten Ausstattung von Oscar-Preisträger Ken Adam (‚Barry Lyndon‘) durchaus ein filmisches Erlebnis, das in Deutschland jedoch vorwiegend in einer um mehr als zwanzig Minuten gekürzten Fassung im Umlauf ist.“ (kino.de)

„Der bekennende Liebhaber großer Oberweiten, der italienische Regisseur Tinto Brass, bezeichnet SALON KITTY selbst als seinen besten Film. Und tatsächlich vermag dieser skurrile Mix aus sexuellen Ausschweifungen und Analyse von Machtstrukturen anhand eines realen Beispiels aus dem ‚Dritten Reich‘ über weite Strecken gleichermaßen zu unterhalten, zu verblüffen und zu überzeugen. Allerdings muss dazu auch gesagt werden, dass dieser Streifen auch nicht völlig zu unrecht häufiger dem reißerischen Genre der Naziploitation zugerechnet wird. Die völlige Unbekümmertheit, mit der hier die Nazis durch den Kakao gezogen werden ist jedenfalls ganz sicherlich nichts für politische korrekte Gemüter. Und deshalb wäre solch ein Film auch noch zur heutigen Zeit ganz sicherlich nicht in Deutschland machbar...“ (filmtipps.at)

Hintergrund:

Inspiriert wurde der Nazi-Schmuddel-Schocker von einer wahren Geschichte: Der „Salon Kitty“ war in den 1930er-Jahren ein Bordell im noblen Berlin-Charlottenburg, in dem die männliche Elite ein- und ausging. Als seine Besitzerin Katharina „Kitty“ Schmidt 1939 bei ihrem Fluchtversuch aus dem Deutschen Reich aufgegriffen wurde, stellte man sie vor die Wahl, entweder ihren Laden zu Spionagezwecken verwanzen und ihre Damen im geschickten Aushorchen schulen zu lassen oder ins KZ zu wandern. Auch der von Helmut Berger gespielte Helmut Wallenberg wird einer realen Person zugeordnet: dem SS-Brigadeführer Walter Schellenberg, der die Abhöraktion bei Kitty leitete. Der Film, überwiegend in den Dear Studios in Rom gedreht, wurde meist nur stark gekürzt gezeigt.

Starinfo Ingrid Thulin:

Sie spielte in zehn Filmen von Ingmar Bergmann (darunter „Wilde Erdbeeren“, „Das Schweigen“ und „Schreie und Flüstern“) und wurde an der Seite von Bibi Andersson, Liv Ullman und Eva Dahlbeck berühmt: die blonde, schwedische Schönheit Ingrid Thulin. Schon als Kind studierte sie Ballett, später besuchte sie das Royal Dramatic Theatre in Stockholm. Zu ihren wichtigsten Filmen zählt neben den Bergmann-Werken auch das umstrittene, Oscar-nominierte Kriegsdrama „Die Verdammten“ (1969) von Luchino Visconti. Nach ihrer dreijährigen Ehe mit dem Theaterregisseur Claes Sylwander heiratete Thulin in den späten 50er Jahren ihren zweiten Mann Harry Schein, den Gründer des schwedischen Filminstituts. Die beiden waren 33 Jahre lang ein Paar, 1989 ließen sie sich scheiden. Seit den 60er Jahren lebte Thulin in Rom. Aus gesundheitlichen Gründen kehrte sie später nach Stockholm zurück, wo sie 2004 mit 77 Jahren an Krebs starb.