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Nicole Kidman im TELE 5-Interview

„Blindlings in etwas hineinspringen – so ist mein ganzes Leben“  

„Destroyer“-Star Nicole Kidman in „The Others“ zum Auftakt der neuen Filmreihe „Jugendsünden – from shame to fame“ am 17. Februar auf TELE 5

Im März startet ihr neuer Film „Destroyer“ in den deutschen Kinos, für ihre Rolle als gebrochene Ermittlerin Erin Bell wurde sie für den Golden Globe nominiert. Kaum wiederzuerkennen ist die wandlungsfähige Nicole Kidman in dem Neo-Noir-Thriller.

Auf TELE 5 ist der Hollywoodstar am Sonntag, 17. Februar zum Auftakt der Film-Reihe „Jugendsünden – from shame to fame“ gleich in zwei Filmen zu sehen: In ihrem „Shame“-Frühwerk „Die BMX-Bande“ (18:25 Uhr), in dem Nicole Kidmans großes Talent bereits durchschien und in einem ihrer „Fame“-Filme, dem preisgekrönten Mystery-Thriller „The Others“ (20:15 Uhr). „Jede einzelne Rolle bleibt für immer Teil meines Lebens“, sagt die 51jährige Oscar-Preisträgerin, die seit 1983 vor der Kamera steht.

Im TELE 5-Interview spricht Nicole Kidman außerdem über ihre Rolle in „Destroyer“ (Kinostart 14: März im Concorde Filmverleih). Außerdem erzählt sie über den Spaß, Horror-Filme zu drehen und von wem sie ihr Lebensmotto hat: „Das Leben ist nicht einfach. Manchmal dreckig. Spring rein, pack mit an, mach deine Hände dreckig, lebe und genieße es.“

 

Nicole Kidman im Interview:

 

Ihre Filme sind immer sehr tragisch und mitreißend, wie entscheiden Sie sich für einen Film?

Für mich muss ein Film immer etwas Dunkles oder Tragisches haben. Als Kind fand ich die düsteren Sachen faszinierend und wurde von Dingen angezogen, die unnormal waren. Meine Mutter wollte immer, dass wir uns nicht anpassen… (lacht). Deshalb kann ich jetzt am besten arbeiten, wenn ich unangenehme Rollen spiele. In den schwierigsten Rollen strahle ich am besten.

 

Das sehen wir ganz aktuell auch wieder an Ihrer Rolle als Erin Bell im Thriller „The Destroyer“. In diesem Film sind Sie kaum wiederzukennen.

Das stimmt allerdings. Als ich mir den fertigen Film zum ersten Mal ansah, konnte ich kaum glauben, dass ich das bin. Irgendwie fühlte sich das so an, als ob es ein Traum war, diesen Film zu drehen. Eine ganz andere Art von Rolle als ich sie normalerweise annehme. Aber ich mag es, mich selbst immer wieder herauszufordern - bis weit über meine Grenzen hinaus.

 

Ist es schwer für Sie, sich in solch schwierige Rollen hineinzuversetzen?

Ja. Ich persönlich finde es wichtig, sich als Schauspieler komplett in eine Rolle reinzudenken. Dadurch verbringe ich eine gewisse Zeit in dieser Rolle, teile ihre düsteren Gedanken und befinde mich in einer düsteren Umgebung, all das, was sie eben mit sich bringt. Manchmal wundere ich mich über mich selbst, denn ich weiß nie vorher, ob ich es schaffe, mich in diese Charaktere hineinzuversetzen. Aber um ehrlich zu sein: So ist mein ganzes Leben und meine Kariere - blindlings in etwas hineinspringen und nicht wissen, was es mit sich bringt (lacht).

 

Bleiben die Rollen ein Teil Ihres Lebens?

Ja, ich glaube, dass jede einzelne Rolle für immer ein Teil meines Lebens bleiben wird. Ich glaube nicht, dass ich sie jemals wieder verlieren werde. Aber das bringt die Schauspielerei mit sich.

 

Und wie sieht es aus, wenn Sie Horrorfilme wie z.B. „The Others“ drehen?

Ich glaube, die Leute finden es faszinierend, sich Horrorfilme anzuschauen und sich dabei zu gruseln. Deshalb habe ich Spaß daran, solche Filme zu drehen.

 

Bei welchen Horrorfilmen haben Sie sich gegruselt?

„Halloween“, „Freitag der 13“ und „Unbekannter Anrufer“.

 

Ist es richtig zu behaupten, dass Sie Ihren Job lieben?

Ja, ich liebe es, zu schauspielern und Geschichten zu erzählen.

 

Und wie sieht es mit dem Drumherum aus, das dieser Beruf mit sich bringt?

Das finde ich tatsächlich nicht so toll. Das Interesse an Promis – vor allem im Internet – kann das Bild eines Menschen zerstören.

 

Wussten Sie schon in der Schule, dass Sie Schauspielerin werden wollen?

Meine Eltern dachten immer, dass es toll wäre, meine Fantasien auszubauen, aber sie haben nie geglaubt, dass etwas Ernsthaftes dabei herauskommt. Sie haben immer gesagt, dass ich zu groß bin, um Schauspielerin zu werden, weil ich größer als alle Schauspieler sein werde, lacht. Also wollte ich Drehbuch-Autorin werden.

 

Haben Sie denn auch in Theaterstücken in der Schule mitgespielt?

…(lacht). Ich wollte in einem Weihnachts-Theaterstück einen Engel spielen – doch ich habe die Rolle nicht bekommen. Dann sprach ich für die Rolle der Maria vor, doch auch die habe ich nicht bekommen. Also habe ich die Rolle eines Schafes erfunden, das neben dem Baby Jesus saß (lacht).

 

Wer war als Kind Ihr Fels im Leben?

Meine Mutter. Sie war immer die Person, die für mich da war, wenn ich jemanden brauchte. Sie war es, die mich formte. Sie hielt mich nachts im Arm und sie war es, die immer an mich glaubte. Sie gab mir das Selbstvertrauen, um das zu kämpfen, was ich wirklich will. Sie hörte mir zu, wenn ich dachte, dass alles vorbei ist… sie ist mein Fels und genau dieser Fels will ich für meine Kinder sein.

 

Und genau dieser Fels sind Sie sicherlich.

Das hoffe ich. Natürlich habe ich – wie sicherlich jede andere Mutter auch – Angst, dass meinen Kindern etwas zustoßen könnte. Aber das ist bestimmt normal.

 

Wieso haben Sie so große Angst?

Schon als Kind hatte ich eine große Trennungsangst. Wenn meine Mutter, die Krankenschwester war, zur Nachtschicht ging, lag ich wach und weinte, weil ich Angst hatte, dass sie nicht mehr zurückkommen könnte. Vielleicht bin ich gerade deshalb so anhänglich, beschützend und so loyal.

 

Wie beschreiben Sie sich selbst?

Emotional und manchmal nervös. Wenn mich etwas traurig stimmt, dann werde ich richtig traurig. Wenn mich etwas verärgert, dann werde ich richtig sauer - ich verstecke nichts. Zusätzlich bin ich ein sehr treuer Mensch und ich hoffe, dass mich andere auch als lustig sehen.

 

Und vor was ekeln Sie sich?

Das ist ganz komisch: Schlangen und Spinnen machen mir überhaupt nichts aus, aber dafür Schmetterlinge. Irgendwie haben sie etwas Seltsames an sich, das mich ekelt.

 

Wann ist eine Frau in Ihren Augen sexy?

Viele denken, dass nackte Frauen am sexysten sind. Doch das stimmt nicht. Ich muss nicht nackt sein, um sexy auszusehen.

 

Sie werden dieses Jahr 52. Für viele Frauen ist es schwer, die große 50 zu feiern. Wir war es für Sie?

Toll! Ich kann kaum glauben, dass ich es geschafft habe. Ich habe absolut kein Problem damit. Die Leute glauben immer, dass wir Frauen damit einen Zusammenbruch erleben, (lacht), doch ich bin stolz darauf, über 50 zu sein und bis jetzt ein tolles Leben gelebt zu haben.

 

Was ist Ihr Motto?

Meine Mutter sagt immer: „Das Leben ist nicht einfach. Manchmal dreckig. Spring rein, pack mit an, mach deine Hände dreckig, lebe und genieße es.“

 

Haben Sie auch einen Rat von Ihrem Vater?

Oh ja. Er sagte immer: „Nic, es ist wie es ist, nicht wie es hätte sein können oder sein könnte, es ist genau so wie es ist.“ Man weiß nie, was die Zukunft einem bringt, doch positiv in den Tag zu schauen ist die beste Methode.

 

Textrechte: ©TELE 5-Kommunikation, Verwertung (auch auszugsweise) honorarfrei nur bei aktuellem Programmhinweis auf TELE 5 und bei Nennung der Quelle.