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Irreversibel

Thriller/Drama, Frankreich 2002

Wütend verlässt Alex nach einem Streit mit ihrem Freund Marcus eine Party und geht allein nach Hause. Doch dort kommt sie nicht an: In einer Unterführung wird Alex Opfer einer brutalen Vergewaltigung, die sie nur knapp überlebt. Zutiefst verstört beschließen Marcus und der gemeinsame Freund Pierre, den Täter selbst zu richten.

Nichts für zarte Gemüter: Ein brutaler, dabei brutal guter Rachefilm.

Darum ein Skandal Film:

Ein Film dessen Handlung auf den Kopf gestellt wird. Den vermutlich wirklich verstörenden Aspekt in „Irreversibel“ bildet die äußerst brutale wie realistisch anmutende Sequenz der Vergewaltigung von Protagonist in Alex. Auf eben diese ungeschönte wie verstörende Momentaufnahme reagierte das Premieren- Publikum mitnahe zu fassungsloser Empörung. Von 2.400 Zuschauern verließen rund 200 das Kino vorzeitig, andere protestierten durch laute Zwischenrufe.

 

Regie: Gaspar Noé

Drehbuch: Gaspar Noé

 

 

Rolle:

Darsteller:

Alex

Monica Bellucci

Marcus

Vincent Cassel

Pierre

Albert Dupontel

Le Tenia

Jo Prestia

Philippe

Philippe Nahon

Stéphane

Stéphane Drouot

 

Auszeichnungen (Auswahl):

Nominierung für die Goldene Palme auf dem Filmfestival in Cannes 2002 (Gaspar Noé);

Bronze Horse auf dem Stockholm Film Festival 2003  (Gaspar Noé);

Nominierung auf den Bodil Awards 2004 in der Kategorie Bester Nicht-amerikanischer Film (Gaspar Noé);

CinEuphoria Award 2010 in der Kategorie Top-Film der Dekade – Internationaler Wettbewerb  (Gaspar Noé);

 

Kritik:

„‘Irreversibel‘ wird als ein Film kolportiert, der von hinten nach vorn abläuft und in dessen Zentrum eine neunminütige Vergewaltigungsszene von selten gesehener Brutalität steht. Diese Wahrnehmung verkürzt den Film auf ungerechte Weise: Tatsächlich handelt es sich sowohl um einen zwar überaus drastischen, aber ernstzunehmenden Kommentar über filmische Dramaturgie als auch um eine durchaus moralisch fundierte Äußerung zur Phänomenologie zwischenmenschlicher Gewalt.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Anders als beim konventionellen Erzählkino, steht bei „Irreversible“ also vielmehr die Erzählweise im Mittelpunkt. Das Wie hat eine größere Bedeutung als das Was. Eigentliches Thema ist nicht die Geschichte der Protagonisten, es ist die Inversion von Zeit und Dasein, Zerstörung und Leben. Weder die Dialoge, noch die Charaktere sind detailliert gezeichnet. Die sind Abbild des Alltäglichen. Noé zielt mit seinen Darstellungen in erster Linie auf die Sinne des Zuschauers und regt somit unweigerlich zum Nachdenken an. „Irreversibel“ kommt einem tiefen Schlag in die Magengrube des Mainstreamkinos gleich: Radikal, laut und äußerst unbequem…“ (filmstarts.de)

„Handwerklich herausragendes und emotional dichtes, rückwärts erzähltes Drama über eine brutale Vergewaltigung und ihre blutige Vergeltung.“ (kino.de)

Das dachte damals die Presse:

„Action- Altmeister Samuel Fuller hat einmal gesagt, man müsse mit einem Maschinengewehr von der Leinwand schießen, um das Publikum zu treffen. Noch nie ist diese Forderung von einem Filmemacher so katastrophal fehlinterpretiert worden.“

Andreas Busche –taz

 

Hintergrund: Die ersten 30 Minuten des Films sind mit einem Hintergrundgeräusch mit einer Frequenz von 28 Hertz, einer sehr geringen, fast unhörbaren Frequenz, versehen. Ähnlich den Geräuschen, die ein Erdbeben erzeugt und die in Menschen Übelkeit, Schwäche und Schwindel auslöst. Allein deshalb verließen viele Besucher die Kinos. Das Magazin Newsweek erklärte „Irreversible“ zum Am-meisten-den-Kinosaal-verlassen-haben-Film des Jahres. Dennoch: Der Effekt ist gewollt. Regisseur und Drehbuchautor Gaspar Noé hatte lediglich einen dreiseitigen Entwurf zum Film fertig, als die Dreharbeiten begannen. Die Dialoge sind alle improvisiert. Monica Bellucci gab an, dass sie nicht fähig war, sich einmal die Vergewaltigungsszene im Ganzen anzusehen. Nach der Premiere in Cannes 2002, verharrte das Publikum in absolutem Schweigen, solange, bis der nächste Film anlief. Drei Personen fielen während der Vorführung in Ohnmacht.

 

Starinfo Monica Bellucci: Schön wie eine griechische Göttin und ebenso unnahbar – diese Ausstrahlung zeichnet Monica Bellucci aus. 1964 in Umbrien geboren, zog sie zunächst einen „richtigen“ Beruf vor und studierte Jura an der Universität Perugia. Während dieser Zeit begann sie mit dem Modeln und wurde später von Elite Models unter Vertrag genommen. 1990 wechselte sie ins Filmfach und feierte bereits zwei Jahre später mit „Bram Stoker’s Dracula“ ihr Leinwanddebüt in Hollywood. Besonders angetan hat es ihr jedoch der französische Film, so war sie unter anderem in „L’ Appartement“ und „Der Pakt der  Wölfe“ zu sehen und wurde mehrmals für den César, den französischen Oscar, nominiert. Bei den Dreharbeiten lernte sie ihren zweiten Ehemann, den Schauspieler Vincent Cassel, kennen, mit dem sie zwei Töchter hat. Das Paar trennte sich 2013. 2015 stand Monica Bellucci – im Alter von 50 Jahren – als ältestes Bondgirl der Geschichte neben Daniel Craig, Christoph Waltz und Ralph Fiennes für „James Bond 007: Spectre“ vor der Kamera. 

 

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